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Ich wurde von einem selbsternannten und eingebildeten Techno-DJ psychisch und körperlich belästigt und verarscht. Er kann wohl nichts außer DJ sein (Narzisst) und es scheint, als hätte er, wie so mancher Mann, diesen Job gesucht, um bei den Frauen leichtes Spiel zu haben (Machtmissbrauch).

Bei unserem ersten Aufeinandertreffen kannte ich ihn nicht (als DJ) und auch nicht privat.

Auf einer privat veranstalteten Party machte er erst sexuell anzügliche Bemerkungen mir gegenüber, er wolle mit mir in einer nebenstehenden Ruine S** haben. Das erschien mir so weird, dass ich gar nicht richtig zuhörte..wahrscheinlich stand er unter Drogen, was mir in dem Moment nicht bewusst war, da ich keine nahm. Ich ging danach zu meinen Freunden. Er setzte sich neben mich und begann im Laufe der Zeit touchy zu werden. Auch das ignorierte ich irgendwie, auch wenn es mir unangenehm war. Ich weiß noch, dass sämtliche Menschen (aus dem Club) uns anschauten und ich mich und ihn damals schon fragte, warum diese uns beobachten (mind. 10 Leute). Darauf wusste er auch keine Antwort. Im Nachhinein kann ich nur sagen, dass er wohl für Belästigungen von Frauen schon bekannt war und ich nicht sein einziges Opfer war. Trotzdem unternahm niemand etwas oder nahm ihn zur Seite.

Er sagte mir dann, er möchte mir etwas mitteilen und ob wir nicht woanders hingehen könnten. Ich hatte keine Lust mitzukommen, da ich ihn nicht kannte und nicht verstand, warum wir dafür weggehen sollten.

Er blieb den ganzen Abend an meiner Seite. Auf dem Nachhauseweg (ich hatte etwas getrunken), schleppte er mich in den Club, in dem er auflegte. Ich dachte, er müsse nur irgendetwas holen und bin mit (hatte damals noch Vertrauen in Männer und habe mir nichts dabei gedacht, ist ja schließlich ein öffentlicher Club). Dieser hatte an dem Tag offiziell geschlossen. Wir saßen im Clubraum (nicht lange), da er direkt ohne Vorwarnung oder Annäherung von meiner Seite /Einverständnis über mich herfiel. Ich fand diese Situation so awkward. Es kam mir so vor, als ob er sich Frauen gerade nehmen würde, wie er Bock hat, ohne Respekt und Consent. Ich konnte einfach nicht darauf eingehen. Ich kannte ihn nicht und hatte auch keine Lust, ein blöder One-Night-Stand zu werden, in einer Umgebung, die mir nicht vertraut war, nur weil er es anscheinend gewohnt war, dass ihm die Frauen kompromisslos zu Füßen liegen (??). Danach kann ich mich an nichts mehr erinnern, ich war irgendwann zu Hause.

Danach folgten Gaslighting, Zuckerbrot und Peitsche, Nähe-Distanz-Spielchen, Ghosting, immer wieder Kontaktaufnahme, …

Ich wusste nicht, was ich falsch gemacht habe, habe am Anfang noch versucht, Verständnis zu zeigen und ihn zu verstehen. Irgendwann hab ich ihn blockiert, weil ihm der normale gesunde Menschenverstand fehlt. Anscheinend hatte er auch Anzeigen wg. Drogenhandels und anderen Delikten. Ich verstehe nicht, warum mir niemand in der Situation geholfen hat. Ich denke mal, dass irgendwer das mitbekommen haben muss. Ich habe ihn auch immer wieder mit anderen Frauen gesehen, die er hängen gelassen hat (hat man gesehen). Ich frage mich, wie so jemand DJ an einem Ort sein kann, der sich „Sozialverhalten“ groß auf die Tür schreibt und dann sexuelle Belästigung toleriert und beim eigenen Personal wegsieht. 

Ich hatte ihn nochmal an einem anderen Tag in einem anderen Club getroffen, wo er mir etwas von seinem Getränk angeboten hatte. Ich hatte danach ein komplettes Blackout, weshalb ich mir bis heute nicht sicher bin, ob nicht etwas im Getränk war. Nach seiner offiziellen Drogenhandel-Karriere ist dies ja nicht unwahrscheinlich.

Vor ca. 2 Monaten wurde ich Opfer eines sexuellen Übergriffs. Erst jetzt weiß ich, dass es kein Einzelfall war. Der Täter ist Musikvideoproduzent und wir arbeiteten mehrere Monate eng zusammen. Ich war bei vielen seiner Projekte Produktionsassistentin. Zu Beginn konnte ich nicht ganz verstehen, warum er mit mir arbeiten wollte, da ich absolut keine Erfahrungen in diesem Bereich hatte und mich auch nicht unbedingt für Produktion interessierte. Wir hatten ein reines Arbeitsverhältnis, trotzdem gab es von Anfang an viele Red Flags. Immer wieder kam es zu Annäherungsversuchen, die ich jedoch zurückwies, da ich professionell bleiben wollte. Jedes Mal schrieb er mir danach Dinge wie „gut, dass du uns gestoppt hast“, als ob das auch von mir ausgegangen wäre. Schnell wurde die Arbeit mit ihm zu meinem Lebensmittelpunkt und nahm enormen Raum in meinem Leben ein. Ich hatte immer ein ungutes Gefühl, da er oft sehr sexuelle Bemerkungen über Komparsinnen, die ich ans Set gebracht hatte, machte. Trotzdem ignorierte ich viele grenzwertige Aussagen. Mit der Zeit entwickelte ich mich weiter, bemerkte, dass Produktion kein Hexenwerk ist und entdeckte immer mehr Missstände, wie fehlende Transparenz in den Finanzen. Als ich Kritik ausübte, wurde ich immer mehr außen vor gehalten. Ich bekam nur noch selten die abgesprochene Gage, teilweise stand ich nicht mehr in den Credits oder arbeitete umsonst. Da das nicht mehr tragbar für mich war und wir nie einen Vertrag hatten, bat ich um ein Gespräch diesbezüglich. Mir war das Gespräch unglaublich wichtig und ich war sehr angespannt vorher. Wir trafen uns in einem Café. Leider kam ich gar nicht zu Wort und wurde vor vollendete Tatsachen gestellt, dass er eine weitere Zusammenarbeit in dieser Form nicht mehr möchte, da sich sein Team über mich beschwert hatte und ich viel zu undankbar wäre. Ich konnte mir das zwar nicht vorstellen, aber war dennoch verunsichert und hatte plötzlich Panik, das zu verlieren, wofür ich monatelang hart gearbeitet hatte. Also versuchte ich, das Gespräch hinauszuzögern und weiter Zeit mit ihm zu verbringen. Wir fuhren dann zu ihm nach Hause, was für mich nicht ungewöhnlich war, da wir dort bereits zusammen gearbeitet hatten. Was dort geschah, belastet mich bis heute. Anstatt zu reden, fing er an, mich anzufassen und auszuziehen. Ca. 10 Mal öffnete er den Reißverschluss meiner Jacke und ich zog ihn wieder zu. Ich drehte mich weg und sagte klar und deutlich, dass ich das nicht wollte. Aber er hörte einfach nicht auf, und ich war irgendwie wie gelähmt. Ich hab mich nicht mehr gewehrt. Er meinte: „Ich weiß gerade nicht, ob du das willst oder nicht, aber dass es so kompliziert ist, macht mich noch mehr an.“ Er fragte mich, ob er auf mich wichsen dürfe, meine Antwort war natürlich nein und er befriedigte sich dann neben mir selbst. Danach ließ er mich bei einer U-Bahnstation raus. Erst zu Hause wurde mir bewusst, was ich gerade erlebt hatte. Ich rief ihn an, schrieb ihm, dass es mir nicht gut ging. Er ging nicht drauf ein. Ich heulte tagelang und konnte nichts essen. Nach weniger als einer Woche meldete er sich wieder mit einem Jobangebot und ich nahm es an, aber fühlte mich schlecht deshalb. Er meinte, er hätte „aus Versehen“ behauptet, dass die anderen sich beschwert hätten. Ich beschloss, weiter mit ihm zu arbeiten und dass dieses Thema unter uns bleibt. Wochenlang lief ich ihm hinterher, um an ein Gespräch zu kommen, aber er ließ alles ins Leere laufen, bis ich mich entschied, mich von ihm zu distanzieren, weil ich es nicht mehr aushielt. Trotzdem habe ich bis jetzt geschwiegen, aufgrund von fehlenden Beweisen und der Angst, dass man mir nicht glaubt, da der Täter erfolgreich, sehr charismatisch und daher in der Branche ziemlich beliebt ist. Zufällig erfuhr ich jetzt, dass er jemanden ca. eine Woche vor dem Zwischenfall mit mir gewaltvoll zu sexuellen Handlungen gedrängt hatte und dass auch diese Person bis heute darunter leidet. Wer weiß, wer noch ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

als ich 17 war und dieser Rapper ich schätze 19/20, war er nach seiner einen Show nur nett zu mir, weil sein anderer Rapper Freund vorher mit mir sprach und wir uns gut verstanden haben. Am selben Abend wollte dieser Rapper dann, dass ich nachts um drei Uhr unter der Woche in sein Hotelzimmer komme. als ich fragte, wie lange das dauern würde, kam ein „wie viel ist es dir wert?“. ein paar Tage später auf einem anderen Konzert fragte ich, ob wir darüber kurz reden können, was er bejahte und nach der Show wurde mir dann von seinen Freunden mitgeteilt, dass er durch den hinteren Ausgang den Club verlassen habe. Ein paar Monate später hat er mir eine Nachricht geschickt: „send nudes“. als ich fragte, wieso meinte er nur „weil du nudes schicken sollst“. mein damaliger bester Freund postete das auf Twitter, weshalb der Rapper mir mega sauer schrieb, dass wir das von Social Media runternehmen sollen. aber ich postete es danach wieder woraufhin er mir 5 Minuten später direkt eine Nachricht schrieb, dass ich es löschen soll und nicht nochmal tun soll, weil er damals ja nicht viel älter war als ich und ich habe wirklich Angst davor, dass er mir wieder schreibt, wenn er das liest, aber mich macht das sieben Jahre später immer noch so unbeschreiblich sauer, weil ich weiß, dass er andere Minderjährige in sein Hotelzimmer geholt hat (die haben mir damals Bilder davon gesendet) und als ich ihn ohne die Fotos darauf ansprach, meinte er, dass er nie Fans ins Hotelzimmer geholt hätte, obwohl mir im Laufe der Jahre immer mehr junge Mädchen davon berichteten von dem dahin eingeladen zu sein oder den dann da wirklich getroffen zu haben.

I was sexually abused by the “leader” of the band that I was part of, in Berlin. He was also my best friend at this moment. When I started to talk about it I was simply not taken seriously. If my friends actually wanted to have an opinion of it, they blamed (and still blame) my partner, for me “getting away” from the friends circle. Of course I left the band too. He and all the people around him (that were like a family to me) still use spaces of all kind  I decided not to use anymore. That includes feminist and queer spaces, music venues, bars, soli events, political events, and more. This was years ago, but I still feel like shit. It never ends. He and his friends still take up space, and very rarely it happens that this is known and he is not allowed to play a gig somewhere, but it is not enough. And of course, I’m the one to blame. 

Der betreffende Sänger/Rapper hat ein sehr junges, vorwiegend weibliches Publikum und vor allem ein lupenreines Image. Ich habe dagegen wirklich schlechte Erfahrungen mit ihm gemacht und bin damit nicht alleine.

Ich lernte ihn vor 13 Jahren, mit 18/19, auf einem Konzert seiner damaligen Band kennen, er war da 27 und noch lange nicht so bekannt wie aktuell.

Wir kamen kurz ins Gespräch. Später hat er mich proaktiv auf Facebook gesucht und angeschrieben. Es folgten 1,5 Jahre intensiver Kontakt, er hat intime Gedanken zu seiner Beziehung/angeblichen Trennung, Leben & Tod mit mir geteilt. Viele große Worte, unzählige lange nächtliche (Video)Telefonate, seitenlange Mails – ich nahm an, wir wären Freunde/Vertraute. Dann machte er zunehmend Andeutungen, dass er mehr wolle, an eine Zukunft mit mir denke, ich womöglich seine Traumfrau sei. Das kam immer im Wechsel mit expliziten Anzüglichkeiten/Fragen nach sexuellen Vorlieben. Es kam zu zwei Treffen – beim zweiten Treffen hatten wir Sex – er drängte hartnäckig darauf, kein Kondom zu benutzen. Nach dem Treffen war er wie ausgewechselt, kaum noch zu erreichen, es kam zu Streit und der Kontakt brach vorerst ab.

Mittlerweile weiß ich, dass er zu der Zeit parallel mindestens zwei weitere sexuelle Beziehungen mit ungeschütztem Sex gepflegt hat.

Er hat es in den letzten 3 Jahren – mit steigender Bekanntheit – wieder bei mir versucht. Mir gegenüber hat er u.a. ohne Kontext oder Consent Vergewaltigungsfantasien geäußert, hat eine Weile versucht mich in seine Hotelzimmer zu locken, immer wieder große Gefühlsbekundungen vom Stapel gelassen, ständig nach Nudes gefragt, selbst welche geschickt.. teilweise bin ich darauf eingegangen, wollte ihn auch treffen – bei Tageslicht & in der Öffentlichkeit. Das wollte er nicht. Zum Glück habe ich mich nicht auf ein erneutes Treffen zu seinen Konditionen eingelassen.

Ich weiß nun seit diesem Jahr, dass er über sein Künstlerprofil auch (teilweise sehr junge) Fans anschreibt/anflirtet und sie dann recht schnell auf ein Fake Profil verweist, um dort weiter mit ihnen zu schreiben. 

Erst jetzt mit Abstand von ein paar Jahren und mit meinen neuesten Erkenntnissen, ist mir klar, dass er mich damals systematisch gegroomt hat und es ihm nur um Kontrolle, Macht und Sex ging. Mich gruselt die Vorstellung, was seine Manipulationen mit jungen Fans machen könnten.

Ich (w, 27) arbeite seit zwei Jahren in einem Nachtclub. Meistens am Eingang, um den Eintritt zu kassieren. Hier arbeitet auch ein lokal bekannter DJ als Veranstalter und bestimmt mit, welche Partys in dem Club veranstaltet werden. Sozusagen ist er einer meiner Vorgesetzten. Zwei Wochen zuvor trafen wir uns mit einem weiteren Veranstalter, um eine Party im Club zu planen, wo ich auch auflegen sollte. Das Verhältnis war unter Kollegen ganz angenehm und auf Augenhöhe.

Nach einer Nachtschicht an der Kasse, setzte ich mich in den Backstage Bereich auf die Couch am anderen Ende des Tisches. Rechts neben mir auf dem Stuhl sitzt ein guter Freund und Kollege, mit dem ich mich unterhielt.

Der besagte DJ kam dazu und setzte sich auf die Couch rechts neben mich. Zuvor rutschte ich etwas nach links, um ihm Platz zu machen. Dabei startete er lächelnd eine scheinbar nette Unterhaltung mit mir. Er lehnte sich nach hinten und seine linke Hand stützte er dabei aufs Sofa ab, welche dann nach einiger Zeit mit der Oberfläche meinen Po berührte. Ich nahm daraufhin seine Hand und schob sie weg, wobei ich ihn sehr geschockt und böse ansah. Ich sagte aber nichts, um andere Leute nicht darauf aufmerksam zu machen.

Danach fragt er mich, ob ich jegliche Drogen genommen (lsd, acid, kokain) habe oder offen wäre, diese auszuprobieren. Ich sage, dass ich nur Filme über Drogenkonsum schaue, aber diese selbst nicht nehme. Er baute Druck auf, zusammen ein Rendezvous auf LSD zu haben. Er wiederholte nach mehrmaligen Verneinungen, warum ich dies denn nicht wollte. “Warum denn nicht? Mir kannst du doch vertrauen.” Dazu muss ich noch einmal erwähnen, dass er hier im Club eine Machtposition ausübt und auch eine von mir mitveranstaltete Party unterstützt. 

Ich habe zu ihm gesagt, dass es doch ausreichen sollte, ein Mal Nein zu sagen. Mein Kollege bekam das mit und fragte ihn, was ihm einfallen würde, seine Mitarbeiter zum Drogenkonsum zu überreden. 

Um das Thema zu wechseln, fragte er, wie es denn sein kann, dass so wenige Besucher zu den Partys kommen. Ich war so geschockt und wollte der Situation nur noch entkommen. Zeitnah bin ich aufgestanden und habe mit dem Kollegen den Club verlassen.

Nachdem der Personalleiter am nächsten Tag den DJ damit konfrontierte, entschuldigte er sich mit Textnachrichten unzählige Male bei mir, falls sein Verhalten mich verletzt haben sollte. Außerdem wollte er es damit erklären, dass er den ganzen Abend ein ironisches Miteinander mit seinen DJ Freunden hatte, welches er dann auch bei mir angewandt hat. So ein Verhalten hat gar nichts mit Ironie zu tun, sondern mit sexueller Übergriffigkeit und Machtmissbrauch. Und dazu wünscht er sich, dass wir bald wieder normal miteinander umgehen können. Als wäre nichts passiert.

Eine Woche, nachdem wirklich gar nichts vom Club getan wurde, habe ich bei der Polizei eine Anzeige wegen sexueller Belästigung mit Übergriffigkeit erstattet. Dieser Club ist wohl kein sicherer Ort für Frauen, wenn weiterhin so ein widerlicher Typ Machtmissbrauch direkt vor Ort betreibt. Mit anderen Mitarbeiterinnen oder DJanes.

Wurde mehrfach von diesem mittlerweile international agierenden Dj belästigt. Mit den Worten, dass ich es ja eh schon mit ein paar Leuten gemacht hätte, dass er ja jetzt auch mal ran dürfte. Er „würde mich halt auch mal ficken, er würde es halt mal machen“. Als ich einen seiner Freunde kennengelernt habe meinte er, dass das praktisch ist, dass wir ja dann direkt zu dritt sex haben könnten. Ich bin ihm immer wieder begegnet und einmal fragte er mich, ob wir rauswollen.ich verstand nicht ganz in welche Situation ich mich begeben hatte.Als er mir mehrfach ins T-Shirt gegriffen hat und mich in einen Hausflur gedrängt hat habe ich die Reißleine gezogen und gehe diesem Menschen seit dem aus dem Weg.

Ich war 15 Jahre alt. Er doppelt so alt und werdender Vater. Als Jungstudentin kam ich mit zu einem Meisterkurs oder Hauptfach-Klassenfahrt, wie man es nannte. Es war Sommer und nach jedem täglichen üben und Unterricht fuhren ein paar von uns an den See. Der Korrepetitor der Klasse, der alle Studierenden begleitete, hatte die gleiche Lieblingsband wie ich. Wir haben uns gut verstanden, Späße gemacht und gelacht. Aber nie nur zu zweit. Alles in meinen Augen eher freundschaftlich. Ich habe offen meinen Freund erwähnt, und die Beziehung, in der ich glücklich sei. Am letzten Abend der Klassenfahrt nach dem Abschluss Konzert gab es ein gemeinsames Essen, dann Getränke und Snacks im Haus, und alle waren draußen, rauchten, tranken und unterhielten sich. Ich ging rein, um mir einen Keks zu holen. Er kam auch in den Raum. Machte ein Kommentar zu meinem Keks, ich witzelte verunsichert, dass ich von den ganzen Keksen wohl ganz dick werden würde. Er ging eigenartig genau darauf ein, und kam mir näher, als würde er es nicht verstanden haben. Ich zog mein T-Shirt hoch, streckte meinen Bauch raus und verdeutlichte die Keks Situation nichts ahnend nochmal. Er kam mir näher, fasste auf meinen Bauch, ich erstarrte und er fuhr mit der Hand in meine Unterhose. Einen Tag später suchte ich das Gespräch mit einer Vertrauensperson, die den Professor telefonisch informierte und die Nummer des Korrepetitors erhielt. Nach einem Gespräch mit ihm, wurde mir deutlich gemacht, ich hätte die Sache provoziert und sei schuld. Ich sprach eine Woche später mit dem Professor, der mir per SMS seine Hilfe anbot, unter anderem die Hilfe einer Therapieplatzsuche (was nie geschah). Im persönlichen Gespräch wurde mir deutlich gemacht, dass ich das Leben des Korrepetitors zerstören würde, wenn ich das melde oder in irgendeiner Weise dagegen vorgehe, gar irgendwem davon erzähle. Stattdessen gab mir der Professor den Namen einer Studentin, mit der der Korrepetitor ein Verhältnis hatte. Sie erzählte mir im Gespräch genaueres, dass er sie ausgenutzt hätte, hat sie nie so gesehen. Alles wurde verherrlicht und sein musikalisches Talent über alles gesetzt. Ich habe von vielen weiblichen Studentinnen der Hochschule gehört, die von ihm belästigt wurden. Letztendlich wurde ich von der Institution gegangen unter dem Vorwand, ich würde keine professionelle Musikerin werden wollen, und das sei ausschließlich ein Ort für solche Menschen. Der Korrepetitor hat sich an anderen Unis beworben, vorrangig in Klassen mit jungen weiblichen Musikerinnen. Zum Glück hat sich zumindest eine Professorin umgehört und ihn abgelehnt. 

My teacher in conservatory made constant inappropriate remarks about how beautiful, interesting, and talented I was, commented constantly on my clothes, style, body, took me out for dinner and drinks all the time, and constantly made me feel as though if I did what he told me, not only would I get what I wanted in my career, but I would also get to sleep with him. You can only imagine how destructive this was to my very young self esteem, alone studying music in a different country, not knowing how things ought to be. Finally I left his class for a job opportunity on a different continent, and he was so possessive and angry, told me I’d be back in three months kissing his feet, badmouthed me to the rest of the students and even some of the faculty of the school. I would have done anything to succeed and yet I was left destroyed and humiliated by this relationship. I put in a complaint to the school about him but this was around 2005 and women’s complaints about men were taken much less seriously in those days. Obviously I’m much older and wiser now and would have spotted all the red flags about him straightaway, but when you’re a teenager you don’t know these things and probably can’t really defend yourself against inappropriate behaviour. Now every time I go into a music school I see this kind of dynamic everywhere — teachers blurring the lines between professional and personal contact, teachers touching students without consent, and men generally intimidating and disrespecting the female students. Some of these classical music teachers have what seems like a harem of women as their students, some of them so clearly strung along and manipulated by the teacher’s behaviour. This problem is an epidemic and it’s truly heartbreaking to see it still going on. Recently I had a lesson with a teacher, my first lesson in a conservatory in many years, and I was absolutely shocked at how often this teacher touched me without once asking for my consent to be touched. I don’t know what world they live in where they think they can put their hands all over grown adult women without asking a simple „is it ok if i put my hand there“. I felt there was no way to address this in the lesson without souring the atmosphere. I burst into tears on the way home, noticing the level of disrespect I’d been treated with for so many years, and not even really noticed. There are many, many more stories, those are just the first that popped into my head. I hope this problem goes away and everyone has the space to heal. 

Freunde von mir waren zusammen mit einer Band feiern. Nach einigen Stunden sind sie nach Hause gegangen, da es spät war und sie betrunken waren. Eine von ihnen wurde dann von einem Musiker angeschrieben, ob sie nicht noch für Sex zu ihm kommen will. Ich war total entsetzt und wütend, als sie mir einige der Nachrichten im Nachhinein gezeigt hat. In den Nachrichten wurde nicht locker gelassen und für mich hat es danach gewirkt, dass der betrunkene Zustand von ihr ausgenutzt werden sollte. Meine Freundin hatte mir an dem Abend auch geschrieben und Sprachnachrichten gesendet und es war offensichtlich, dass sie extrem betrunken war und so bestimmt kein Einverständnis hätte geben können. Es war ein sehr übergriffiger Move und hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, da der Musiker in einer Band spielt, die viele Kontakte in linke und feministische Kreise hat. Ich frage mich, wie man sich noch auf eine Bühne stellen und sich als Feminist präsentieren kann, während man betrunkene Frauen zum Sex überreden will.

Als ich 20 war, habe ich einen damaligen, halbwegs bekannten Rapper auf Tinder kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und uns dann auch getroffen. Beim ersten Treffen war nicht irgendetwas auffällig für mich, er hat eher sehr offen und woke gewirkt, was ich bis dahin eher nicht so gewohnt war von Männern und das sehr sympathisch fand. Beim zweiten Treffen dann hat er mich zum Trinken gebracht und mich auch immer wieder ermutigt weiter zu trinken, obwohl ich ab einem gewissen Punkt nicht mehr wollte, aber er meinte, ach wir haben ja Spaß, das wär ja sonst unlustig. Zu dem Zeitpunkt war ich etwas naiver und muss zugeben, dass ich mich gepressured gefühlt habe, cool rüberzukommen und mitgemacht habe. Irgendwann hat er sich dann zu mir selbst nach Hause eingeladen, was ich bis zu einem gewissen Moment nicht schlimm fand, da ich bis dahin eigentlich noch halbwegs Spaß hatte- wir haben rumgemacht, jedoch wollte ich nicht mit ihm schlafen da er kein Kondom hatte (seine Aussage war außerdem, dass er nur ohne kann). Daraufhin war ich halt aber auch schon zu betrunken, um mich großartig wehren zu können und er hat ihn dann einfach in mich rein, ohne mich nochmal zu fragen. In dem Moment hab ich mich so unwohl gefühlt und wusste gar nicht, wie ich raus soll, weil er ja in meiner Wohnung war und das bewusste Trinken von ihm mich praktisch wehrlos gemacht hat. Er hat dann noch bei mir geschlafen, was ich super unangenehm fand, nur um mich dann zu ghosten. Ich hab echt lange nicht darüber geredet, weil ich dachte, es ist meine Schuld, bis ich angefangen habe mehr darüber nachzudenken und auch FreundInnen mir gesagt haben, dass es nicht normal ist, nicht nach Konsens zu fragen und es einfach ohne Erlaubnis zu tun!

Mit 19 begann ich ein klassisches Kompositionsstudium. Schnell merkte ich, dass mein Hauptfachlehrer (Ü 50) seine männlich gelesenen Studierenden professionell und auf Augenhöhe behandelte, während weiblich gelesene Studierende grundsätzlich mit „mein Schatz“ angesprochen wurden und ständig von ihm ungefragt berührt, umarmt, auf die Wange oder in den Nacken geküsst, oder am Rücken massiert wurden, manchmal im Einzelunterricht, manchmal vor anderen Menschen im Wartebereich der Hochschule oder bei Klassenveranstaltungen. Ich ließ das über mich ergehen, schämte und ekelte mich zwar jedesmal, dachte aber, wenn das hier vor den Augen der halben Hochschule geschieht, dann wird es wohl seine Richtigkeit haben. Im Einzelunterricht war er einerseits sehr dominant/streng, ließ keinen Raum für meine eigenen Ideen, andererseits unangenehm kumpelhaft, wollte alles über mein Privatleben wissen. Nach den Semesterferien beklagte er sich, dass ich mich im Gegensatz zu Studentin XY ja nie gemeldet hätte und er gar nichts von mir wisse, worüber er sehr enttäuscht sei. Er sagte Sprüche wie „Wenn du ein bisschen älter wärst, würde ich dich sofort heiraten“. Ich suchte Solidarität bei mehreren Frauen aus der Musikszene, die ihn auch kannten. Sie sagten zu mir, dass ich das falsch verstehen würde, dass er das gar nicht so meinen würde, dass er ein ganz Lieber sei, woraufhin ich begann, den Fehler bei mir zu suchen und mich noch mehr schämte.

Jahrelang (auch nachdem ich das Studium bei ihm längst abgebrochen hatte) versuchte er regelmäßig mich zu überreden, zu ihm zum Abendessen zu kommen. Wenn ich ausweichend antwortete, reagierte er beleidigt, gekränkt. 

Wenn ich an die Zeit zurückdenke, spüre ich Scham, Wut und Hilflosigkeit und möchte das alles im nächsten Moment wieder komplett verdrängen.

Ich hab beim Sommer-Workshop eines ehemaligen Vocal Coaches einer bekannten deutschen Musiksendung mitgearbeitet. Er hat auch über Bühnen-Performance referiert, dass es bestimmte ausgeflippte Sachen gibt, die man da machen kann. Und sagte als Beispiel, was nicht sein Ding wäre, aber z.B. dass Robbie Williams einen Fan auf die Bühne geholt hat und ihm über die Wange geleckt hat, und das wäre schon auch was, das könnte er sich vorstellen. Ich hab mir damals schon gedacht: Ob das dem Fan so gefallen hat? Er hat sie sicher nicht vorher gefragt. Und dass der Coach das selbst cool fände, wollte, glaub ich, in dem Moment auch nicht wirklich jemand hören. Mir war’s unangenehm.

Es ist passiert, bevor wir uns kannten, bei einem Konzert einer sehr bekannten Deutsch-Punkband.. Der Sänger hat zu meiner Freundin gesagt: „Ich will dich zu einem Paket zusammenschnüren und ficken!“ Ich war völlig schockiert, aber sie nur so: „Ja, ich weiß, er steht auf Bonding.“ Gemacht haben sie nichts, aber ich fände den Satz allein schon krass zu hören. Meine Freundin ist kein Groupie oder so, das muss in einer völlig „normalen“ Situation passiert sein. Ich hab jedenfalls die Band seitdem nicht mehr gern gehört.

I experienced emotional and sexual abuse by a professor at a Musikhochschule in germany. From the very beginning, the professor had established a very open, friendly atmosphere in individual lessons and in the class sessions. It was normal for him to give female students a neck massage before the class session began. Also, kisses on the cheek from him as a greeting and overall a lot of physical contact were standard. I came into the class when I was 19 and I thought it was just very relaxed and easy going and didn’t give it much thought. It continued with him talking to me more and more about private matters in individual lessons and he also wanted to talk more and more about the relationships and sexuality of other fellow students with me. At one point, the professor confessed to me in an individual lesson that he had fallen in love with me and would like to invite me to his house. All in all, I was overwhelmed by the situation, but at the same time curious and, in a strange way, flattered. The following lessons took place at his house and sexual contacts happened that completely overwhelmed me. He told me that I was not allowed to talk to anyone about what was going on between us and that a close friend who was also studying in the class would surely be very disappointed in me if I told her. After my studies, I learned that other female students had also experienced physical and verbal boundary violations and emotional manipulation in individual classes with him.

Ich wurde von einem Mitarbeiter von einer TV-Reportagesendung sexuell belästigt. Er hatte mich bei einem Praktikum gefragt, ob ich denn Lust habe mit ihm noch etwas trinken zu gehen, er mache das immer so mit den neuen. Ich habe mir nichts dabei gedacht und weil ich einfach das Team besser kennenlernen wollte, bin ich dann mitgegangen, ich war schon immer Fan von seinen journalistischen Beiträgen. Wir hatten schon einiges getrunken und er kam mir immer näher, ich wollte das nicht, aber ich musste dann wegen der Musik etwas näher an ihn ran, um ihm das zu sagen, dabei fasste er mich an der Schulter an und lehnte sich zu mir rüber, ich war so geschockt, dass ich mich gar nicht mehr bewegen konnte. Ich habe mich so beschmutzt gefühlt, ich konnte mich gar nicht wehren, ich sagte dann nur, dass ich ins Bett muss, weil ich ja morgen wieder früh raus muss. Er fragte dann, ob er mir ein Taxi rufen und das wir uns das ja teilen können, weil er in dieselbe Richtung muss, ich habe dies abgewunken und das ich alleine klar komme, da ich wusste, dass er dies nur macht, um dann mit bei mir auszusteigen. Er hat mich danach noch mehrfach gefragt, ob wir wieder was trinken gehen wollen, ich bin immer ausgewichen und habe irgendwas vorgeschoben, ich habe solche Angst.

Ich hab damals angefangen Musik zu studieren und war sehr schüchtern. Ich war noch recht jung und bin quasi ohne Vater aufgewachsen und die Rolle hat der Typ dann gern übernommen. Er wollte mein Problem mit Groove dadurch lösen, dass ich mehr „mit Eiern“ spielen soll. Der Sexismus in dieser Formulierung wurde mir erst Jahre später so richtig klar. Man hinterfragt ja so wenig. Der Typ wollte bewusst oder unbewusst mich zu so einer Art gleichem Typen wie ihn machen… Das Verhältnis war von meiner Seite aus geprägt von Vertrauen und einer Art … Verherrlichung? Jedenfalls gings mit meiner Musik immer weiter bergab. Weil ich meine Schüchternheit nicht in den Griff bekam und auch, weil der Mann seine Rolle als Dozent einfach total ausdehnte. Und so eine Art … „Mentor“ sein wollte. Das war er aber nicht. Sondern einfach nur ein schlechter Pädagoge. Das Ganze endete in einer nicht bestandenen Existenzprüfung mit dem Jurykommentar, ich hätte einfach nicht genug Talent um Musiker zu sein. Hier kommt nun der Clou: Der Typ wusste, was passieren würde und hat die Situation inszeniert. Er war der Auffassung, ich müsste ganz klar kommuniziert bekommen, dass das nicht geht. Aber es steht ihm nicht zu, mein Talent oder sonstwas zu bewerten. Schon gar nicht, wenn er vorher diese professionelle Grenze überschreitet. Der hat mich einfach ins offene Messer laufen lassen und mein Vertrauen böse ausgenutzt. Ich habe keine sexuellen Übergriffe erlebt. Ich bin halt ein Cis Mann. Aber ich bin halt auch kein Typ, der „mit Eiern“ spielt oder so dominante Scheiße auf der Bühne machen muss. Hat Jahre Therapie gebraucht. Ich denk noch immer daran, dass die ja vielleicht Recht hatten und ich wirklich kein Talent hab. Obwohl ich Musik doch so liebe.

A year ago I moved to Germany to study composition. My first encounter with my teacher when we talked about having a lesson was him smirkingly saying: “be careful, i’m known to make people cry in lessons” and as I was at the moment writing a piece about my own physical health problems and other personal topics I of course asked him to postpone the lesson until i was done with the piece…These comments was the beginning of it.

I did never share this piece with him, it was too vulnerable, and how could i show something personal to someone who immediately tried to intimidate me. 

My feeling was right and his style of teaching was this very old thing of saying that everything I came with as a student was “bad” or “not music” or “emotional shit” or will “not be taken serious” or “embarrassing” or “not serious”. Not being open to see out of his own perspectives and fears. 

He also had this horrible habit of assuming things about his students: “this guy is lazy, you’re lazy, she’s not good for the group, etc” also sometimes he would say racist comments about the Latinos or Korean composer which made me super uncomfortable…which was really unprofessional, and not something that should be shared with me.

We the students would talk about these things but everyone who had confronted him, did not have stories of it ending well or getting better.

After a while, to protect myself i would try to distance myself from him as everything he said seemed to come from his own personal perspective but explained it as universally true – and thats how it ended up feeling. I began doubting myself and my artistic process more and more as i started to take on these feelings that he projected.

When I realised that I was loosing all my motivation and confidence i wrote him that i wanted to drop out of this big project he was supervising, due to lack of motivation and confidence. His first response was: “have you thought about that youre leaving the musicians out in the cold”. 

After this the most horrible meetups started.

I tried to be honest about how i felt about his teaching to protect myself but he gaslighted me into believing that he had nothing to do with it but that it was solely my problem. And made me feel bad about even thinking that he had an influence on this. He also inserted this narrative: “you have been lying to me! How could you make me think that things were going well, you have been lying to me”.

He also got very aggressive as he would generally get when a criticism was towards him. 

I told him that all his statements towards me and talks about other students made me feel uncomfortable but his response was: it’s just a joke! How can you not get that’s was a joke? I’m trying to motivate you!

He said: “if you’re so sensitive you shouldn’t study with me but with X”.

(Btw I already have a degree in composition and me being “sensitive” has literally never been a “problem” for me.)

After this talk i was left to believe that i was the one with the problems, and i was bad because i had lied to him. but as I continued studying with him it still got worse, even when i had told him that i felt his lessons was the opposite of a safe space.

He tried to make me feel alone “i never had a student that felt this way”, “i have done so much for you, and you don’t care”, “I don’t understand how you can think that im not a good teacher, I’ve never had this before”

Luckily i knew that i was not the only one who had problems, but if I hadn’t talked with other people i would have believed him.

After almost a year having experienced this i met up with him at a restaurant and asked if i could switch to another teacher as this was clearly not working out for me, and i needed something different. And then he got very personal and angry and yelled at me: “how can you say that im not open!? Im the most open guy! Nobody is as open as me!” The only thing i could say was: sorry but that’s just not how i feel. 

And it continued where during the conversation where i would talk from my perspective of feelings he would project it directly as personal critique onto him. And that was firstly wrong but also made me feel very bad as if I was hurting him personally. 

So in the end he verbally pushed my into a corner of: then you can’t study with me, and you can’t switch, so what will you do…

And i never wished to be in this battle but after having a person taunt you for 20 minutes and say bad things about you, how could i even think about going back to him. 

I said: then i will quit. 

It felt like my last resort.

After this i had a talk with another professor about switching but unfortunately I couldn’t switch fully and we would have to go into a dialogue with my current teacher. At this time after all this i just couldn’t function with the feeling that he would have any power or say in anything connected to my studies, so i ended up leaving the institution and Germany entirely.

Bei einer Fortbildung in Hamburg vor vielen Jahren musste ich zwei Dozierende erleben, die mir bis heute immer wieder traumatische Erinnerungen bescheren. Einer von ihnen war der lautstarke Gitarrendozent, der keine Gelegenheit ausließ, sich mit seinem sogenannten „Humor“ in Szene zu setzen. Seine dümmlichen Witze gingen immer auf Kosten der Musizierenden, sodass er damit Punkte sammelte für sein Ego, weil er die Lacher auf seine Seite ziehen wollte/musste und vor allem (in seiner Machtposition) konnte. Wer hätte schon Widerworte gegeben, wenn einer der lautstärksten, erfolgreichsten Rädelsführer der Dozierenden einen der Teilnehmenden vor versammeltem Auditorium kränkt, sich lustig macht über den Gesang, einen Song, die Performance oder was auch immer. Heute weiß ich, er war/ist ein typisches Beispiel für rücksichtslose, empathielose, gewalttätige Männlichkeit. Er hat mich z.B. vor allen Teilnehmenden gekränkt, indem er bei einem Vorspiel meinen speziellen Gesang zu einem speziellen Song nachäffte (vollkommen sinnlos, ohne konstruktiven pädagogischen Effekt) und hinterlässt heute noch extrem unangenehme Gefühle, vor allem, wenn es darum geht, exaltiert jenseits der (seiner?) „Pop-Norm“ zu singen. Und ich weiß, dass ich da kein Einzelfall war. Was mich heute, nach all den Jahren, immer noch schockiert, ist, dass keiner der anderen anwesenden Dozierenden etwas zu dem Vorfall gesagt hat! Keine Unterbrechung, kein Hinweis auf die Sicherheit des Unterrichtsraums, auf die Freiheit der Kreativität, auf die Würde des Menschen … Wäre das heute anders? Die andere Person war eine der Gesangsdozentinnen, die mir schon bei der Audition Dinge sagte, wie „du singst so geil“, mir beim Einzelunterricht den Nacken massierte und dann, weil mir die Situation so unangenehm war und ich nicht mehr zum Einzelunterricht kommen wollte, in einem Gruppenunterricht auf eine detailliert harmonische Nachfrage mit einer sarkastischen Bloßstellung reagierte. Es war eindeutig für mich, dass ich dieser Frau aus dem Weg gehen musste, um mich nicht weiter in sexuell konnotierte und demütigende Situation bringen zu lassen.

A well known bassplayer, who I had been taking lessons with, invited me to his concert at Philharmonie, before that we had nice conversations about music and he really liked my music and maybe we can play someday bla bla. After the concert we were in a backstage room „checking out the steinway“ there, I played a bit and it began to feel weird, so I stood up from the chair and he suddenly kissed me on my cheek saying „you play nice“ (kind of, it was another language 😉 ) I was kind of shocked and really disappointed, and we just went out and I later wrote to him that it was not ok.

I played piano in a gospel workshop. We were at some hotel and the organizer asked me to give him a small „piano lesson“ at the hotels piano, and said that he wants to „have a look at my room later“. Then called me in the evening to ask if I’m still awake (No!). Next evening I put that hotelphone off (out of the wall) and my phone off, so I missed how the other workshop teachers knocked on my door with a birthday cake at 00:00 (I slept!). Next morning they showed me a video of it and laughed a lot (kind of still managed to explain it to one of them..they were also women and nice) Also that organizer managed to convince me to take his salary on my bank account (6000€), so he would not get in trouble with Steuer 😅 (I was twentysomething and had little experience with these things). I did that and was allowed to keep 500€ of those, which then I was supposed to „maybe give back in form of piano lessons for him or his son someday“. I insisted on giving him the whole money back because I didn’t want to owe him anything (we met and I gave him that money in cash 😅, although he had actually said „you don’t owe me anything“, but I didn’t want to have those eventual piano lessons in the picture)

bis vor einem jahr war er allein zuständig für künstlerische leitung und projektleitung, also quasi alles, und konnte tun und lassen was er wollte. obwohl er sich in proben und seien wir ehrlich den letzten jahrzehnten immer wieder rassistisch und sexistisch geäußert hat, werden wir von ganz oben vertröstet, dass er ja bald in den ruhestand geht und man so schnell keinen ersatz findet.

letztes jahr meinte er im tutti* erst „denkt an strand und heisse frauen“, kurz danach zu einem trompeter über dessen instrument „ist das dieselbe b*tch auf der du letztes jahr gespielt hast“ und keine 5 min später sagte er zu einer musikerin, die er permanent ungerechtfertigt kritisiert, obwohl sie super spielt, während der männliche kollege auf ihrer stelle auch beim größten mist nicht kritisiert wird, zitat „du kannst ruhig lauter spielen, du kannst die band ruhig anturnen.“ während sie sich als 5. semesterin von ihrem männlichen kollegen, der die aufnahmeprüfung nicht geschafft hatte, andauernd unqualifizierte musikalische ratschläge anhören musste.

oder dass sie ihr ganzes equipment mitnehmen soll, damit er darauf spielen kann. insgesamt durfte sie in der ganzen woche glaube ich 1 stück spielen, alles andere hat er gemacht, obwohl sie (auch objektiv) so viel besser ist. 

mich hat das so unfassbar wütend gemacht und niemand meiner männlichen bandkollegen konnte es nachvollziehen. als ich die situation in der section probe angesprochen habe, leider ein rein männliches umfeld, musste ich mir von unserem professor anhören, dass das die aussage „denkt an strand und heisse frauen“ ja nicht so schlimm wäre oder dass das nur einzelne fälle („not all men“) wären und ich froh sein kann, dass es nicht mehr so ist wie früher, wo weibliche bandmitglieder erst mit zum chef aufs zimmer mussten, wenn mit sie auf tour wollten… danach durfte ich alle klassischen male fragility abwehr mechanismen anhören und dass ich zu emotional und wütend bin und übertreibe.

als ich mich über die ganze situation öffentlich beschert habe, hätte er mich fast aus der band geworfen, wenn ich nicht alles zurück genommen hätte und eine geschichte erfunden hätte, warum ich das aus versehen geschrieben habe.

niemand der anderen männlichen kollegen solidarisiert sich offen, niemand sagt etwas dagegen, aus angst auch rausgeworfen zu werden und intern mit anderen bandmitgliedern über die situation klagen hilft halt nichts. aktuell wird mir von oben geraten, dass ich mich den situationen in den proben ja nicht aussetzen muss. wie immer wird den betroffenen geraten zu gehen, statt den täter zu konfrontieren. 

und natürlich gabs da noch das Ereignis, als wir auf dem einem großen musikfestival gespielt haben. die location gehört einer reichen baronesse, es haben ausschließlich bpoc als bedienung gearbeitet und wurden von den ganzen reichen politikern wie dreck behandelt (ich dachte, ich bin in einem spielfilm um 1800). diese baronesse meinte zu unserer sängerin, die als einzige nicht normschlank ist (aber trotzdem eine wunderschöne frau), „sie haben ja toll gesungen aber ziehen sie sich nächstes mal ihrer figur entsprechend an.“ und weil das nicht genug war, führte unser bandleader, bei dem sich die baronesse beschwert hat, eine neue kleiderordnung ein. nach seiner vorstellung sollten frauen kleid tragen, mindestens knie lang und die schultern bedeckt. die regel galt natürlich ausschließlich für die betroffene sängerin, denn bei allen anderen weiblichen bandmitgliedern war das outfit komplett egal, und offiziell wurde der schritt begründet mit „wir wollen die minderjährigen sängerinnen mit zu kurzem rock und zu tiefem ausschnitt“ vor den blicken der männer schützen.

*tutti = das ganze Ensemble spielt/probt zusammen

Ich habe in Berlin Posaune studiert. Ich habe Machtmissbrauch mit einem meiner damaligen Lehrer erlebt. . Bis zum Punkt wo ich vor oder nach dem Unterricht oft geheult habe, bis zum Punkt wo ich nicht mehr mit ihm unterrichten könnte, bis zum Punkt wo ich keinen Bock auf Musik und meine Posaune mehr hatte. Meine Beziehung mit meinem Instrument ist immer noch beschädigt (Problem zu üben, Problem mich als Musiker wahrzunehmen usw…). Ich will hier nicht in Details gehen, weil Deutsch nicht meine Muttersprache ist und ich fühle mich mit sprechen statt schreiben wohler. Ich kann aber sagen, dass ich nicht der einzige bin und denke, dass diese Hochschule ein sehr dunkler Ort ist wo die Schüler*innen „tough“ zu sein, gezwungen sind.

Lange vor meinem Musikstudium in den späten 90ern/frühen 2000ern war ich in der Studienvorbereitung in Berlin und hatte dort einen Klavierlehrer, der mich -obwohl ich erst Jahrzehnte später Klarheit darüber empfinden konnte- gegroomt hat. Ich war zu diesem Zeitpunkt ca 17-18 Jahre alt und er war ca 40. Er lud mich ins Kino ein, nachdem es im Unterricht auch nur noch sehr selten um Musik ging, sondern eher Privatgespräche geführt wurden und Grenzen (mit denen ich eh Probleme hatte) unmerklich in Richtung „Freundschaft“ verschoben wurden. Nach diesem Kinobesuch, der „zufällig“ ganz in der Nähe meiner damaligen Wohnung stattfand, wollte er noch mein Klavier sehen und ausprobieren und kam mit zu mir. Ich war so voller Bewunderung für diesen Menschen und seine musikalischen Fähigkeiten, konnte nicht richtig unterscheiden zwischen dieser Bewunderung und dem Respekt, den ich für ihn empfand und Verliebtheit. Es war alles relativ verwirrend, wir tranken sehr viel an diesem Abend. Jedenfalls fingen wir eine Affäre an, die sich mehrere Monate lang hinzog und während er mir immer wieder versicherte, er würde sich von seiner Ehefrau trennen usw. Die Treffen blieben hoch konspirativ, es ging ja schließlich um seinen Ruf. Die Geschichte endete dann irgendwann schmerzlich, aber geblieben war das Bewusstsein, als Musikerin nicht genügend wert zu sein, ich hatte das Gefühl, mich auch sexuell verfügbar machen zu müssen. Eine Werteverschiebung hatte stattgefunden. Ich denke bis heute oft, wäre ich eine bessere Musikerin, wäre mir das nicht passiert. Ich fühle mich immer noch schuldig. Auch meine relativ erfolgreiche Karriere als Sängerin stand immer unter diesem Schatten und ich konnte mich nicht davon abgekoppelt als vollwertigen Teil der Musikszene wahrnehmen, als Person mit dem Recht zu lernen und körperlich unangetastet zu bleiben. Vor und während meines Musikstudiums kam es immer wieder zu Grenzüberschreitungen von Lehrpersonen und Musikern, die ich respektierte und bewunderte. Jetzt, wo ich selber unterrichte und auch viel mit jungen Menschen arbeite, erscheint mir das Verhalten dieser Männer absurd und ich glaube nicht mehr, dass sie mich auf Augenhöhe wahrnahmen. Letztendlich war das, was ich erlebt habe abuse. Auch wenn ich es mir selbst nicht ganz glauben kann und mir selbst die Schuld an diesen Ereignissen gebe. 

In meinen frühen Zwanzigern wollte ich mich in Berlin in der Musikbranche und im Kulturbereich etablieren, ich lernte schnell viele Leute kennen, die mir dabei helfen wollten. Nur stellte sich oft erst im Nachhinein heraus, dass sie für diese Hilfe auch eine Gegenleistung erwarteten. Es ist mir mehrfach passiert, dass ich von (häufig älteren, sie nannten es „etablierten“) Männern angeschrieben wurde, die mir Fotos, Probeaufnahmen im Studio oder andere Unterstützung zusicherten, um, wie sie sagten, junge Talente zu fördern. Weil ich zu Beginn meiner Karriere wenig Geld hatte, war ich über die Angebote dankbar und rückblickend wohl zu introvertiert und vielleicht auch zu naiv um vorauszusehen, dass sie von vornherein Sex oder zumindest sexuelle Zuwendung als Gegenleistung erwarteten. Zweimal bin ich dadurch in eine schwierige Situation gekommen, so dass ich gegen meinen Willen Sex hatte. Wegen einer Retraumatisierung (frühere Missbrauchserfahrung) dissoziierte ich und konnte deshalb nicht deutlich genug „Nein“ sagen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass alles andere an mir, inklusive meines Körpers, ein Nein mehr als ausgestrahlt hat. Ich schäme mich bis heute dafür, obwohl es andersrum sein sollte. Die Täter sollten sich schämen und ich bin im Nachhinein schockiert, wie oft mir das noch hätte passieren können… Von den vielen ungefragten Dickpicks, ungewollten Textnachrichten mit Einladungen zum Sex jeglicher Spielart oder dem Projektleiter, der meine Unterwäsche aus der Garderobe klaute, fange ich erst gar nicht an zu reden. Es scheint mir rückblickend für viele Männer in der Branche normal gewesen zu sein, so selbstverständlich waren die Methoden und eingeübten Muster, die Sicherheit und Deckung durch die Strukturen. Und leider saßen diese Typen (oder sitzen noch?) oft an den entscheidenden Stellen. Als ich später einen der Männer, dank guter Therapie-Erfolge, mutig mit meinen Erlebnissen konfrontieren wollte, sagte der nur „Du warst jung und wolltest gefickt werden, das hat man doch gesehen.“ Ich bin bis heute fassungslos über diesen Satz. 

Ich war 19 Jahre alt, gerade dabei, mich als Solo-Musikerin in der Musikszene meiner Stadt zu etablieren. Wir lernten uns auf einem Gig kennen und intuitiv mochte ich ihn nicht.  Er war zu der Zeit 35, alkoholkrank und selbst kein besonders erfolgreicher Musiker. Sein Traum jedoch war es, berühmt zu werden. 

Durch seltsame Zufälle begegnete ich ihm immer öfter und jedes Mal suchte er meine Gesellschaft. Fasziniert von meiner Stimme, sprach er Komplimente aus, war überaus nett zu mir und verhielt sich als wären wir bereits Freunde. Er erzählte mir sehr persönliche Dinge, weshalb er auch in Therapie ging. Ob das stimmt, weiß ich bis heute nicht.  Nach und nach knüpfte er ein Band der Vertrautheit, welches sich für mich seltsam anfühlte.

Mein Bild von ihm verzerrte sich und ich fing an, Mitgefühl für diesen Menschen zu empfinden. Vielleicht ist er ja gar nicht so, wie ich ihn eingeschätzt hatte.  

Wir fingen an, miteinander Musik zu machen und nur kurze Zeit später war ich mit ihm in einer Beziehung. Jedenfalls nannte er mich Darling, näherte sich mir an und erkannte schnell, dass ich ein traumatisierter Mensch mit dem Wunsch nach Liebe war.  Meine Vergangenheit war bereits von sexueller Gewalt geprägt.  Er spielte mir eine Liebe vor. Eine Beziehung. 

Wir gründeten eine Band und schrieben gemeinsam Songs, die beim Publikum gut ankamen. Dabei fing er an, mich auf den  Bandproben vor den anderen zu deckeln, damit klar ist, dass er das Musikgenie ist.  Eine Freundin von ihm fing an, sich in alles einzumischen. Sie verehrte ihn, was seinem Narzissmus schmeichelte, sodass sie seine engste Vertraute wurde. Es entstand eine Clique aus Narzissten, die alle voneinander profitieren wollten. Ich nannte diese Menschen Freunde und fühlte mich leer. Ich war nie dabei, ich fühlte, dass ich in Wirklichkeit abgelehnt werde. Nur die Musik verband uns.

Ich hatte zu der Zeit Suizidprobleme, Schnitt mich und fing an täglich zu trinken. 

Das ganze ging über 2 Jahre lang so. Er fokussierte sich nur noch auf den Erfolg. Ich hatte das Gefühl, dass diese Beziehung nur dazu diente, meine Kreativität anzuzapfen und von ihr zu profitieren. Als ich nach einem Gespräch mit meiner Schwester, die sich um mich sorgte, einen Entschluss fällte, trocken zu werden und aus der Band ausstieg, zerfiel alles von heute auf morgen. 

Plötzlich wurde ich nicht mehr gefragt, ob ich zu einem gemeinsamen Treffen komme. Die Frau schirmte mich von ihm ab und drehte die Geschichte, indem sie mich als diejenige beschrieb, vor der er nun Abstand braucht. Ich wurde mit Schweigen und Liebesentzug gestraft. 

Als ich in den Urlaub nach Portugal flog, um mir einen klaren Kopf zu verschaffen, wurden hinter meinem Rücken die gemeinsam geschriebenen Songs vertont. Die Frau übernahm dabei meine Gesangsparts.  In der GEMA tragen sie ein, er hätte alles alleine kreiert und geschrieben.  Sie gingen noch weiter und fingen an, mich in meiner Stadt und in der Musikszene schlecht darzustellen.  

Ich war damals eine junge Musikerin von 22 Jahren. Alle anderen Beteiligten waren bereits zwischen 30 – 40 Jahre alt.

Ich habe die Geschichte ein paar Kulturschaffenden erzählt und allgemein ist es in meiner Stadt bekannt, dass dieser Mensch durch Manipulation und emotionale Gewalt an seine Ziele gelangt. Jeder findet es krass. Keiner tut etwas dagegen. 

Ich bin von dort weggezogen da mich das angeekelt hat, wie viele Leute trotz dieser

Geschichte einfach Erfolgsgeil waren und sich der Band anschlossen.

Im Oktober 2019 begann ich mein Musikstudium für Jazz-Gesang und hatte im ersten Semester unter anderem Theorie im Gruppenunterricht für Klassik und Jazz. Dieser Unterricht war die einzige Schnittstelle, die wir mit diesem Dozenten hatten. Mir war es wichtig, gewissenhaft die Inhalte zu verstehen und habe ihm manchmal meine Nachfragen zu den Themen per Mail geschickt. Im Verlaufe der Korrespondenz lud er mich ein, sich mit ihm zu treffen, weil er ein Stück vertont habe und mich dazu gerne singen hören möchte. Ich war offen für das musikalische Projekt und so schrieben wir weiter diesbezüglich. Im Dezember lud ich ihn zu einem Auftritt von mir und meiner Gruppe in der Hochschule ein. Er kam und schrieb mir später: „So harmonisch können ja nur zwei glücklich Verliebte miteinander singen“. Ich antwortete ihm, dass es stimmt, dass mein Freund und ich uns gerade näher kommen. Daraufhin erhielt ich von ihm auf WhatsApp Nachrichten, die mich an dem Abend ziemlich verstörten. Er hatte sich erhofft, dass wir uns näher kommen würden und hat sich nicht enthalten, mir eine lange Nachricht seiner Bedürfnisse und Gedanken zu schicken. Und wie ihn das so stark verletzen würde, dass es sich gerade so entwickelt. Hat sein Profilbild plötzlich geändert in ein dunkles Bild einer weinenden weiblichen Figur. Hat im Gruppenunterricht „Gloomy Sunday“ mitgebracht und mit uns durchgenommen. Und ich habe mich schuldig gefühlt, habe mich gefragt, ob ich falsche Zeichen gesendet und es nicht bemerkt habe. Gleichzeitig habe ich die Welt nicht verstanden – Wie konnte ein Mensch innerhalb so kurzer Zeit und mit relativem Abstand (Gruppenunterricht 1x die Woche) so stark reagieren? Später schrieb er mir erneut und löste es auf: Dass „speziell auch asiatische Frauen in den letzten dreizehn Jahren meines Lebens schon eine besondere Rolle gespielt hat/haben“. Ich verstand – es hatte nichts mit mir zu tun. Aber wegen meines „asiatischen“ Aussehens hat er seine Vergangenheit auf mich projiziert. Hätte ich anders ausgesehen, wäre diese Problematik mit mir womöglich nie entstanden. Nun befinde ich mich gegen Ende meines Studiums. In den letzten vier Jahren habe ich es nur meinem Freund erzählt, weil ich die Harmonie in der Gruppe nicht stören wollte und ich wusste nicht, was es für Konsequenzen gegeben hätte, hätte ich etwas gesagt während er mich noch unterrichtet. Ich wollte eventuelle gehässige Aktionen seinerseits vermeiden. Jetzt habe ich keinen Unterricht mehr bei ihm und denke, dass mein stiller Umgang mit der damaligen Situation nicht richtig war. Es braucht Raum für Veränderung. Keine Angst. Kein sich klein machen.

Es muss im Jahr 2001 oder 2002 gewesen sein. Vielleicht 2003. Ich war Studentin. Es ging um einen Dozenten der Hochschule während eines Sommerkurses. Ich fragte, ob ich mit ihm Unterricht haben durfte, obwohl ich ein anderes Instrument lernte. Es schien mir interessanter, um neues zu lernen. Er akzeptierte mich und schlug vor, dass ich vor den anderen alleine Unterricht bekäme (er hatte nur Jungs in seiner Klasse). Ich war sehr geehrt, dass er mir so einen Platz gab. Ich kam zum ersten Unterricht und er hörte nicht auf, mit mir zu flirten. Er musste ungefähr 15 Jahre älter gewesen sein, verheiratet mit Kind. Seine Frau war nicht anwesend und er schlug mir vor, dass ich ihm mein Zimmer zeigte. Ich verstand schon, was los war, dachte, dass er sehr hübsch war und ich war jung und etwas verliebt. Direkt sagte er mir, ich solle mich ausziehen und direkt drang er in mich ein. Und schon war er gekommen. Dann sagte er mir, ich solle niemandem etwas sagen, sonst würde er Probleme bekommen. Ich versprach. Irgendwann nach den Sommerferien traf ich ihn am Conservatorium wieder und er sagte mir, ich solle ihn um eine bestimmte Uhrzeit in irgendein Zimmer treffen. Ich tat das aus Neugier, obwohl ich den Moment am Sommerkurs nicht gerade sehr schön fand. Direkt tastete er mich unter meinem Rock an, zog meine Unterhose aus, fragte sich, warum ich nicht erregt war, bei ihm würde das ganz schnell gehen… und drang wieder in mich ein (kam auch nach einer halben Minute – ups!, meinte er). Ich frage mich noch jetzt, warum ich das überhaupt zugelassen habe. Ich kann es mir nicht erklären. Ich hatte ja offensichtlich keine Lust. Wieder sagte er mir, ich solle niemandem etwas sagen. Ich habe noch immer ein Ekelgefühl, wenn ich an diesen Mann denke und an meine Reaktion. 

Im Jahre 2004, ich war gerade 21 Jahre alt und eine aufstrebende Cover-Band-Sängerin, wurde mein Kontakt von einem sehr lieben Freund und Tourmanager an eine überregional bekannte Session-Band vermittelt. Es ist wichtig, dazu zu sagen, dass diese Band, beziehungsweise deren Initiator, zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Jahre die regionale Musikszene aufgebaut hatte und dadurch deutschlandweit sehr erfolgreiche Bands zustande kamen. Mein Kumpel hatte immer nur Männer dahin vermittelt, nie eine Frau. Ich wurde zur Session eingeladen, und der Bandchef, nennen wir ihn George, überhäufte mich umgehend mit Komplimenten. Ich sollte eine Woche später zur Probe zu ihm nach Hause kommen. In der Zwischenzeit schickte er mir extrem anzügliche SMS. Ich war davon komplett überfordert und kündigte an, meinen Vater oder eine gute Freundin mitzubringen, was ich dann auch tat. Wenige Tage später kam es zum Auftritt, ich durfte in seiner Session Band mitspielen, natürlich ohne Gage. Er riet mir an, eine weitere Probe zu machen, natürlich bei sich zu Hause. Diesmal kam ich alleine. Er lag in seinem Hochbett und erzählte mir, es war November, dass Hitze ja nach oben steigen würde und wenn ich weiter unten sitzen würde, wäre es ja kälter als bei ihm im Bett. Ich verließ umgehend die Wohnung und rief meinen Kumpel an, der mich vermittelt hatte. Den habe ich erst mal zur Sau gemacht. Er war komplett geschockt. Wir trafen uns wenige Tage später zum Essen. Er wollte die ganze Geschichte wissen. Dann tippte er SMS in sein Handy. Wenige Minuten später erreichte mich, ich saß ja daneben, eine Nachricht, ob ich wüsste, dass mein Kumpel ihm, George, Morddrohungen schicken würde. Kurze Zeit später rief uns auch Georges Anwalt an. Dieser hatte allerdings bereits die Schnauze voll und keine Lust mehr seinen Mandanten immer wieder in diesen Angelegenheiten zu vertreten. Für eine kurze Zeit war ich in der Region unter tosendem Gelächter die, die nicht mit George geschlafen hatte. Einige Jahre später wollte ich es erneut versuchen, schrieb ihm, dass ich gerne bereit wäre, die Geschehnisse zu vergessen, um ein weiteres Mal mit ihm aufzutreten. Er gab mir die Möglichkeit, moderierte mich aber den kompletten Abend unter falschem Namen an, um mich dann mit meinem korrekten Namen fernab der Bühne zu verabschieden. Vermutlich hat er gedacht, ich möchte meinen Namen etablieren. In Wirklichkeit wollte ich einfach Spaß mit den Musikerkolleg*innen, die ich alle kannte, auf der Bühne haben. Ich bin immer noch musikalisch aktiv, es ist mir aber auch knapp 20 Jahre später nicht gelungen, in der entsprechenden Region musikalisch Fuß zu fassen. Niemand, der George kennt, zweifelt auch nur im geringsten daran, dass meine Geschichte stimmt. Die Antwort lautet eben immer: „Ja, so ist halt der George.“

Ein Musiker einer Band, bei der ich gerne mitmachen wollte, hat mich zu einer Freundschaft Plus gedrängt und meine emotionale Ausnahmelage nach der Trennung von meinem narzisstischen Ex-Partner ausgenutzt. Nachdem ich mit ihm geschlafen habe, hat er dafür gesorgt, dass ich bei der Band mitmachen darf. Eines Abends hat er mich vergewaltigt, als ich keine Lust hatte, mit ihm zu schlafen. Danach hat er mich erfolgreich gegaslightet und dazu gebracht zu verdrängen, was passiert ist. Er hat mich so manipuliert, dass ich mich danach sogar noch ein paar Male auf GV mit ihm eingelassen habe. In einer Therapie konnte ich mein Erlebtes glücklicherweise aufarbeiten. Er hat mich und die Band danach mehrmals emotional und finanziell erpresst und unsere Bandkonten gehackt.

Ich habe mich damals bei einem Clubbesitzer gemeldet,da ich gesehen habe,dass mein abuser dort eine Veranstaltung mit seinem Kollektiv hatte. Der Club inszenierte sich immer als safe space für queere Leute und FLINTA,weswegen ich mich überhaupt erst getraut habe,ihn darauf anzusprechen. Davor habe ich nur mit drei Freundinnen darüber geredet,da ich Angst vor einer Anzeige hatte. Zusammen mit meiner Freundin war ich dann auch bei einem Gespräch vor Ort. Anwesend waren der Clubbesitzer, zwei Mitglieder des Teams und eine Person aus dem Kollektiv. Ich muss sagen,dass ich erst ein gutes Gefühl hatte,da ich vorher gefragt wurde, ob mein Abuser vom Gespräch ausgeschlossen werden soll. Trotzdem waren bei diesem Gespräch ausschließlich cis-Männer dabei außer mir und einer Freundin,die mich begleitete. Beim ersten Gespräch lief eigentlich fast alles okay. Der Clubbesitzer und das Mitglied des Kollektivs standen zunächst hinter mir. Trotzdem sind problematische Aussagen von einem der anwesenden Mitarbeiter gekommen. Zum Beispiel: „Warum hast du nicht einfach nein gesagt?“ Jedes Opfer von psychischer und körperlicher Gewalt weiß,dass dies nicht einfach ist. Nach Sprüchen dieser Art und die Tatsache,dass sich der Mitarbeiter in eine Opferrolle steckte, entschlossen wir alle, ein weiteres Gespräch am nächsten Tag zu machen. Wirklich kritisiert für die Täter-Opfer Umkehr wurde der Mitarbeiter jedoch nur von mir und meiner Freundin. Ich wurde am Ende gefragt,was ich mir genau wünsche. Ich habe gesagt,dass ich es eigentlich nicht gut finde, diese Veranstaltung zu machen,da ein Abuser keinen Zugriff auf weiblich gelesene Menschen haben sollte,die unter Einfluss von Alkohol o.ä. stehen. Außerdem drückte ich klar aus,dass ich nicht will,dass mit meinem Abuser über das Gespräch geredet wird oder mit dem anderen Mitglied des Kollektivs,da alle Mitglieder eng befreundet waren und ich mir sicher war,dass mein Abuser die Situation herunterspielen wird. Bei dem Gespräch am folgenden Abend war die Stimmung plötzlich anders. Ich kann mich leider an viele Dinge nicht erinnern,da ich durch die gewaltvollen Worte dissoziiert habe, doch meine Freundin hat mir danach die Dinge,die ich vergessen habe, geschildert. Ich selbst erinnere mich daran,dass mir folgende dinge gesagt wurden: „Ihr habt euch nicht oft genug gesehen,damit er dich missbraucht haben könnte.“ „Du hättest einfach nein sagen können.“(es war physisch nicht möglich) „Kinky Sex ist schwer einzuschätzen.“(Es handelte sich über eine vorher nicht abgesprochene ‚Foltermethode‘,die an mir angewendet wurde und schnell tödlich enden kann) „Man müsse sich die Seite des Täters anhören,weil man nur mir nicht glauben kann.“ „Die Beweise sind nicht schlüssig.“(Faktisch stimmt dies nicht,da man Manipulation in den ersten Gesprächen merkt und die Person es sogar zugab) Außerdem wurde ich dafür kritisiert mein Erlebnis geschildert zu haben, da es die Crew Mitglieder traumatisieren würde, obwohl die Erzählung ja Kernpunkt des Treffens war. Meine Geschichte täte ihnen zu weh, handeln wollte man trotzdem nicht, es wäre ja zu schade um die Veranstaltung. Gleichzeitig wurde mir vorgeworfen,dass der Clubbesitzer ja kein Therapeut wäre, obwohl das nie die Intention des Treffens war. Gleichzeitig finde ich es überheblich zu denken,dass er diesen Anspruch überhaupt erfüllen kann. Es fielen innerhalb des Gesprächs noch mehrere Aussagen, die schrecklich waren,retraumatisierend und mir das Gefühl gaben, nicht ernst genommen zu werden. Außerdem hatte ich das Gefühl,dass ich schlussendlich als die ‚Täterin‘ dastand,weil ich es mir erlaubt habe, über meine Erfahrung zu reden. Wir mussten das Gespräch abbrechen,da es keine Einsicht von der Seite des Clubbesitzers und des Kollektivs gab. Mein Abuser wurde zwar ausgeschlossen und bis jetzt wurde die Party dort nicht nochmal veranstaltet,aber das Mitglied,welches mich geshamed hat und victim blaming betrieb, ist nun dort ein residental dj. Ich finde es schwierig sich als Queer friendly club zu inszenieren,wenn man auf die Erfahrungen von queeren Frauen mit hetero Männern scheißt. Ich finde es unsolidarisch mir gegenüber und habe mich nach diesem Gespräch nicht mehr getraut, mit Leuten darüber zu reden. Wo reine Menschlichkeit gereicht hätte, wurde ich weiter in die Rolle der hysterischen Frau gedrängt und meine Erfahrungen wurden mir abgesprochen. Außerdem wirkte es wie eine weitere Täter-Opfer-Umkehr. Erst jetzt traue ich mich euch zu schreiben, da der Clubbesitzer (aus seiner privilegierten Position heraus) zu mir meinte :“Würde mir das passieren oder mich jemand anschuldigen würde ich zu meinen anwälten.“ Ich habe Angst davor juristische Folgen zu erleben,jedoch weiß ich,dass nicht nur ich schlechte Erfahrungen mit diesem Clubbesitzer gemacht habe und ich hoffe,dass sich eventuell mehr Menschen trauen offen gegen ihn zu sprechen und die zahlreichen problematischen Geschichten nicht mehr totgeschwiegen werden.

Unzählige Situationen, in denen Männer in der Szene ihre berufliche Machtposition ausgenutzt haben, um mir auf sexueller/emotionaler Ebene näher zu kommen. Mehrere Lehrende, die mich nur als ihre Mentee supported haben, solange ich auch zu gemeinsamen Abendessen zu zweit kam oder persönliche Details aus meinem Leben erzählte. Erster sexueller Übergriff in der Musikszene mit 20, der ältere Dirigent wollte mich aufreißen, als ich nicht mit ihm schlafen wollte setzte er mich massiv unter Druck und sagte, seine Eier würden platzen, wenn er nicht abspritzen könne. Ich hatte zum Glück den Mut, mich zu wehren. Anschließend wurde ich von anderen MusikerInnen über Monate geshamed für den Vorfall. In einem Anstellungs-Lehrverhältnis als 21-Jährige bat mich der Chef, zum Vorgespräch im Bikini zu kommen. Ich lehnte dankend ab. Andere Männer, die nur eine Band-Kooperation mit Frauen eingehen, wenn sie mit ihnen ins Bett gehen und ihre Freundin sind. Unzählige Sprüche darüber, dass Frauen nicht spielen können.

Als Musikbloggerin nahm ich viele Leute aus der Szene auf Facebook an, obwohl ich viele davon gar nicht kannte. Einmal war darunter ein DJ. Hin und wieder schickte er mir Hörproben und bat mich um meine Meinung, die ich ihm auch mitteilte. Es war ein netter Austausch. Irgendwann lud er mich dann zu einem seiner Liveauftritte ein. Erst da realisierte ich, dass er mit einem bekannten deutschen Duo tourte, das jetzt nicht bei allen so beliebt war, gegen das ich aber grundsätzlich nichts hatte. Ich sagte erst zu, wurde dann aber von anderen Leuten bequatscht, wie peinlich es doch sei. Damals ließ ich mich noch von solchen Meinungen beeinflussen und sagte ihm höflich ab. Viele Jahre später und ohne weiteren Kontakt dazwischen schrieb er mir ohne jeglichen Kontext ausgerechnet an meinem Geburtstag, was für eine dreckige Schl*mpe ich doch sei. Ich würde mich nur an berühmte Musiker ranmachen, ohne mich für die eigentlichen Menschen zu interessieren und solle ihn nie wieder kontaktieren. Noch Jahre später verstehe ich nicht, wie er dazu kam, mich ohne jegliche Grundlage so zu beleidigen und Lügen über mich zu erzählen.

Ein Mal in der Tonstudiozeit, sollte ein Musikproduzent kommen und man erklärte mir, dass ich genau sein Typ wäre. Ich sollte nett zu ihm sein. Dann wird das auch etwas mit der Karriere. So kam es, dass ich mit dem Produzenten Squash spielen ging. Doch ich hatte nur Sinn für die Musik. Später fuhren er und ich nach Sylt. Wie ich dachte, als Abwechslung. Doch ich sollte mich irren. Wir landeten in einem Schuppen und er machte sich sofort daran, mir die Hose auszuziehen. Ich sagte „Nein“, doch er erwiderte nur “Dafür sind wir doch hier“. Ich war ausgeliefert. Sämtliche Erlebnisse, die ich als Musikerin gemacht habe, haben dazu geführt, dass ich diesen Weg nicht weitergegangen bin.

Auch mir ist in der Musikbranche Schreckliches passiert. Ich war mehrere Monate als Sängerin im Tonstudio. Eines Abends, als mir der Weg nach Hause zu weit war und ich unendlich müde war, erklärte mir der Betreiber, dass es im Nebenzimmer eine Matratze gibt. Dort könne ich mich hinlegen. Plötzlich wachte ich auf, weil ich mich bewegte. Jemand lag auf mir. Ich schüttelte ihn ab. Das Licht wurde angemacht. Es waren 5 Männer im Raum. Der Betreiber sagte, dass ich nun sehen würde, was passiert, wenn man redet. Ich wehrte mich verbal. Schrie fast „Nein“. Ich wurde ich KO geschlagen. Am nächsten Tag hatte ich eine Amnesie, die die gesamte Zeit im Tonstudio umfasste. Ich wusste damals eigentlich nur, dass ich angezogen ins Bett ging und nackt wieder aufstand.Später sprach jemand von einer Gangbang Party. Sechs Jahre später hatte ich durch Meditation die Situation wieder vor Augen und erinnerte mich an alles. Die Kinnlade fiel mir buchstäblich runter. Ich zeigte es an. Keine Chance.

Ich erhielt als Musikjournalistin mit Anfang 20 die Gelegenheit dazu, einen der musikalischen Helden meiner Jugend vor einem Konzert seiner Band zu interviewen. Er war knappe 10 Jahre älter als ich. Ich war zu dieser Zeit noch sehr unsicher und dachte, dass mich nie ein Mann ernsthaft mögen könnte. Deshalb schmeichelte es mir zunächst, dass er mich des Öfteren auch während des anschließenden Konzerts eindringlich ansah und für ein gemeinsames Foto an der Taille anfasste, als kannten wir uns schon deutlich länger. Nach dem Konzert addete er mich in den sozialen Medien und schrieb mir nachts aus heiterem Himmel, wie heiß er mich doch findet. Am Tag darauf entschuldige er sich für seine betrunkenen Worte, sagte aber auch, dass er immerhin die Wahrheit geschrieben habe. Da ich selten solche Komplimente bekam, nahm ich es ihm nicht übel. Es war die Abschiedstour seiner Band, weshalb ich noch einen weiteren Konzertbesuch plante. In der Zeit bis dahin hielten wir ein wenig Kontakt. Dabei machte er die eine oder seltsame Bemerkung. Ich trinke zum Beispiel keinen Alkohol, kann unter dem Einfluss von guter Stimmung, zuckerhaltigen Getränken und Koffein aber auch ziemlich aufdrehen. Daher hielt er es für eine gute Idee, mich unbedingt „mit Limonade abfüllen zu wollen“, um das erleben zu können. Etwas später fantasierte er schon davon, sich ein Hotelzimmer für uns beide für einen Tourstopp zu buchen und „ganz brav kuschelnd“ neben mir einzuschlafen. Mir wurde es langsam unbehaglich, aber ich dachte mir, der Typ hat halt gerade eine schwere Zeit mit dem Ende seiner Band, der wird das nur so dahinsagen und nicht so meinen. Wäre nicht das erste Mal in meinem Leben, dass männliche Musiker mich für Promo und Kontakte ein bisschen umgarnen. Es kam der Tag des weiteren Konzerts. Ich fuhr mit einer männlichen Begleitung dort hin. An diesem Abend beobachtete ich das Verhalten des Musikers noch genauer als zuvor. Er machte auf der Bühne vor dem gesamten Publikum Anspielungen auf unsere Konversationen, gab mir nach der Show einen Kuss auf die Wange. Meine männliche Begleitung nahm alles nur grinsend von der Seite wahr. Als wir dann nach Hause fuhren, schrieb mir der Musiker erneut. Er fand schade, dass ich nicht länger blieb, umgarnte mich wieder. Ich schrieb ihm, dass er mit dem Alkohol aufpassen müsse, damit er nicht wieder seltsame Dinge von sich gab. Er entgegnete mir, er sei ganz klar im Kopf. Was darauf folgte, überschritt meine Grenzen endgültig. Ich rutschte meinen Autositz Nachricht für Nachricht tiefer nach unten, als er mir mitteilte, welche Fetischfantasien er sich konkret mit mir ausmale. Ich habe wirklich nichts gegen Menschen mit Fetischen und Fetischfantasien, aber man sollte doch bitte vorher sichergehen, ob man mit der Äußerung dieser nicht die Grenzen des Gegenübers überschreitet. Er schrieb noch davon, wie toll er es fände, dass ich stets die Kontrolle behalten möchte und er daher wisse, dass er sie bei mir abgeben könne. Obwohl es mir klar zu viel war, fürchtete ich schlechte Reputation im Business und schrieb ihm nett, dass ich nicht die richtige Ansprechpartnerin dafür sei, aber nichts gegen einen lockeren Kontakt ohne direkt sexuelle Absichten hätte. Noch in besagter Nacht erzählte ich meiner männlichen Begleitung alles und dass es mir damit überhaupt nicht gut ging. Nur wenige Zeit später präsentierte er mir stolz sein neues Tattoo zu einem Song des verbal übergriffigen Musikers. Als ich einem befreundeten Musiker etwas später von meinem Erlebnis berichtete, entgegnete dieser mir direkt, dass er von einer weiteren Person wisse, bei der besagter Typ es „weiter geschafft“ habe als bei mir. Bis heute mache ich mir Vorwürfe dafür, dass ich selbst bei einer so klaren Grenzüberschreitung nicht noch deutlicher wurde…

Ich bin Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ein Musikredakteur schlug mir vor, dass wir zusammen mal einen Ausflug zu einer Sehenswürdigkeit unternehmen können. Ich war mir unsicher, in welchen Kontexten das gemeint war. Nach einigen Mails wurde klar: Er wollte, dass wir ein Wochenende dort verbringen in einem Hotelzimmer. Der Ort ist nicht weit entfernt – man hätte problemlos an einem Tag hin- und zurückfahren können. Als ich verneinte, erhielt ich für über ein halbes Jahr keinen einzigen Auftrag mehr von ihm.

Es müsste 2013 gewesen sein. Wir waren auf einem Mittelalterfestival. Mein damaliger Freund war mit seiner Band da – ich habe Merch verkauft. Wir waren dann nach dem letzten Konzert Backstage. „Meine“ Band wollte einer wesentlichen größeren Band von diesem Abend jeweils ein Shirt geben. Es gab keine S-Shirts mehr. Ich fix überlegt und gefragt „Du brauchst S, oder? Problem: ich hab das letzte an. Du kannst es aber haben wenn du willst.“ Hab mich kurz weggedreht, das Shirt ausgezogen und meine Jacke wieder drüber und den Reißverschluss hochgezogen. Wir wollten noch Fotos machen. Ein Bandmitglied  hat während wir Fotos gemacht haben den Reißverschluss meiner Jacke runtergerissen und in meinen BH gegriffen. So schnell konnte ich weder schalten noch reagieren. Dass das unangebracht und unangenehm war – ist mir erst Jahre später bewusst geworden 

Ich habe als Bookerin für eine kleine Agentur gearbeitet. Es gab eine Spielstätte, die wollte bei jeder Tour einer bestimmten Künstlerin berücksichtigt werden. Aber obwohl ich das gesamte Tourbooking gemacht habe hat sich der Betreiber jedes Mal geweigert mit mir zu sprechen. Er wollte nur mit meinem männlichen Chef verhandeln. Statt ihm ne Ansage zu machen, sagte mein Chef „der ist halt so“ und hat nur mit den Augen gerollt. Als dann mal ein männlicher Kollege das Booking dieser Künstlerin übernommen hat, war’s kein Problem für den Betreiber.

Ich habe damals in einer kleinen Agentur als Bookerin gearbeitet. Ich hatte eines Abends ein Konzert eines amerikanischen Künstlers betreut und wir sind danach noch in eine Bar gegangen. Die Tage zuvor waren wir immer freundlich-professionell miteinander gewesen. Kein Flirt, nur gut miteinander gearbeitet. Wir spielen Darts in der Bar und aus dem Nichts küsst er mich. Ich schubse ihn weg und frage was das soll. Und er nur „you don‘t want to Kiss me?“. Als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Nachdem seine Tour zu Ende war habe ich von Kolleginnen erfahren, dass es bei denen ähnlich lief. Er hat 3 Wochen mit uns getourt und hat es dabei geschafft quasi jede von uns auf eine ähnliche Art zu belästigen.

Ich war gerade 17 geworden, die Person über die ich sprechen werde 30 zu dem Zeitpunkt. Ich war mit einer Freundin auf einem Festival. Sie kannte eine Person aus einer Band die dort spielte und wir befanden uns nach deren Konzert im Backstage. Eigentlich hatten wir ne gute Zeit. Viel gelacht, gute Gespräche geführt und viele Freigetränke genossen. Die Band war in einem Hotel in der Nähe einquartiert und schlug uns vor doch auch dort die Nacht zu verbringen, da kurzfristig ein Zimmer frei geworden war. Uns kam das gelegen weil wir uns dadurch einen langen Heimweg sparten. Alles so weit so gut. Je mehr Alkohol floss desto näher kam mir eine der Personen aus der Band. Mir war zu dem Zeitpunkt schon unwohl. Irgendwann spät in der Nacht bewegte sich die Gruppe Richtung Hotel, meine Freundin hatte ich da jedoch schon länger aus den Augen verloren. Ich war nicht im Zustand zu klären, dass ich ein eigenes Zimmer möchte und so fand ich mich wenig später mit ihm in einem Zimmer mit Doppelbett wieder. Irgendwie akzeptierte ich die Situation bzw. versuchte es zumindest. Vielleicht dachte ich das müsste jetzt so sein. Ich legte mich hin, versuchte zu schlafen. Zwei Augenblicke später spürte ich seine Berührungen, seine Hände auf mir, an mir, in mir. Meine Erinnerungen sind schwach, sehr verzerrt und deliriös. Aber ich weiß dass ich nein gesagt habe, ich weiß dass ich mich versucht habe zu wehren, sofern es mir der Alkohol erlaubte. Und ebenfalls dass er wusste wie sehr der Alkohol mich betäubt hatte. Ich schlief kaum in der Nacht weil entweder seine Berührungen mich wach hielten oder die Übelkeit mich ins Bad zwang. Er hörte nicht auf mich anzufassen, hielt mich fest und die Zeit krümmte sich in eine Richtung die ich nicht verstand. Mein ganzer Körper schmerzte. Am nächsten Tag saßen wir alle beim Frühstück. Ich lächelte, schämte mich und drückte mein Croissant runter. Er fragte mich irgendwann wie alt ich eigentlich sei, ich log um ihm kein schlechtes Gefühl zu geben. Zuhause die Pille danach und ab da versucht das ganze zu vergessen. Ich habe lange gebraucht um zu realisieren was in dieser Nacht wirklich passiert ist, dass es kein schlechtes „one-night-stand“ war, sondern Gewalt. Eine Trauma Therapie und vergangene Zeit später kann ich versuchen damit zu leben und schaffe das auch einigermaßen. Aber es hat sehr sehr viel Zeit gebraucht um das alles besser zu verstehen. Zeit um mir einzugestehen, dass das gegen meinen Willen passiert ist, dass meine Erinnerungen real sind. Und dass mein Trauma berechtigt ist und ich Betroffene eines sehr großen strukturellen Problems bin. Warum bin ich mit in das Hotelzimmer gegangen? Warum habe ich mich nicht mehr gewehrt? Warum habe ich so viel Alkohol getrunken? Warum habe ich ihn nicht angezeigt, zum Schutz für andere? Habe ich wirklich nein gesagt? Das sind Fragen die ich mir manchmal immer noch stelle, obwohl ich die Antworten inzwischen eigentlich kenne. Diese Band spielt weiter Konzerte. Er lebt sein Leben weiter, ohne Konsequenzen. Und auch wenn es mir schwer fällt hoffe ich, dass ich die einzige und letze war, der er sowas angetan hat.

I thought German metoo could be a good place to write because the person who assaulted me has strong links to Germany and often plays at techno parties there.

This guy and his record label are based in Denmark, but I know one of his victims is from Germany so I think it might be a good idea to warn people there, too. 

I am really concerned about the whole group because they’re really loud about their progressive views and play at parties targeted to minority groups, and also collaborate with charities .

My own experience was very different behind four walls, where I was violently assaulted by the mentioned person. As someone who belongs to a minority group, the horrific treatment I received is the complete opposite than the ’safe space‘ the label profits from. When he assaulted me the second time, he laughed at me as well.

Today, I live with a brain reconfigured by trauma, constant flashbacks, and a permanent physical injury. I’m almost certain I was targeted by this man because I was much younger and very vulnerable due to a very different socio economic background than him. 

There’s much more to this story that’s hard to write about right now, but if for any reason this record label ever comes to your attention please put me in touch with other survivors. I’m almost certain there’s other victims, but they’re scattered around Europe.

Gegen Sommer/Herbst letzten Jahres machte ich vermehrt als DJ auf einer Veranstaltungsreihe Musik. Unter den Gästen war unter anderem die Täterin.

Da ich sie über Freunde flüchtig kannte, haben wir einige mal oberflächliche Gespräche geführt. Was mich vermehrt, über Wochen/Monate gestört hatte, war, dass sie immer wieder übergriffig wurde und mit ihren äußerst scharfkantigen Nägeln in meine Hüfte, Brust und das Bein kneifte. Ich habe ihr mehrfach gesagt, an mehreren Tagen und Abenden, dass ich das nicht will, habe ihre Hand weggeschlagen und ihr Zitat gesagt „Lass das“ oder „Ich möchte das nicht“. Sie hat nicht aufgehört, bis ich letztendlich eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben, und das Thema im Bekanntenkreis Publik gemacht hatte.

Schnell wurde mir von verschiedensten Menschen vorgeworfen, dass es nicht stimmt. Ich gehe davon aus, dass hier bewusst versucht wird, die Tat zu vertuschen. 

Ich war unter anderem Krank geschrieben, mir geht es seitdem nicht gut und vor allem, ich werde im Freundeskreis als Lügner dargestellt und der Vorfall wird totgeschwiegen? Sie arbeitet sogar noch auf einer bekannten Festivalreihe. Wurde wegen nicht öffentlichem Interesse eingestellt und ich wurde ans Schiedsamt verwiesen? Der Termin dort war sehr unangenehm für mich und der „Richter“ wirkte überfordert und sexistisch. Hat im Endeffekt keine Einigung erzielen können. 

Am schlimmsten war für mich das Victim Blaming. Vor allem sind auf den Zug noch Frauen aufgesprungen und haben angefangen mir Unwahrheiten zu unterstellen. Auch dafür musste ich dann wieder zur Polizei. Ging so weit das mir Unbeteiligte auf Festivals hinterher gerannt sind, mein Handy geklaut haben und zerstören wollten, weil ich gefilmt habe wie die hinter mir hergelaufen sind etc. Polizei macht nichts, weil kein öffentliches Interesse, Anwalt kann ich mir nicht leisten.

Ich war Anfang 20, Praktikantin in einer Booking Agentur. Der Eigentümer und damit mein Chef war ein lustiger Typ, den alle mochten. Gleich zu Beginn meines Praktikums begann ein merkwürdiger WhatsApp Chat Verlauf. Ich mochte ihn und fühlte mich fast geehrt. Er wirkte insgesamt jünger für sein Alter, war zwar nicht mein Typ, aber er „kannte viele von ganz da oben“. Ich wollte gerne durchstarten in der Szene. Also schrieben wir, bis er sagte er wolle Nacktfotos von mir. Da kamen die negativen Gefühle. Hier stimmte was nicht. Am Ende habe ich es doch gemacht. Und er hat mir ebenfalls das ein oder andere D*-Pic geschickt. Ich arbeite dort nicht mehr, habe aber später mal mit anderen gesprochen. „Seine Festplatten müssen voll sein mit Fotos nackter Frauen aus seinem ganzen Umfeld“ hieß es. Ich habe mich ziemlich dreckig gefühlt und der Gedanke dass die Bilder dort noch sind, bereitet mit Unbehagen.

Mit 16 (vor fast zwanzig Jahren) war ich mit zwei Freundinnen auf einem Konzert des Bassisten einer sehr großen und bekannten Punkband. Nach Konzertschluss hat mich eine Frau angesprochen, die sich als seine Assistentin vorgestellt hat. Sie hat mir viele Komplimente gemacht und mich gefragt, ob ich Lust habe, auf das Cover der neuen Solo-Platte des Künstlers zu kommen. Ich war als riesiger Fan natürlich total begeistert und wollte unbedingt mitmachen. Hierfür sollte ich „Probefotos“ auf der Toilette vor Ort machen. Dort traf ich auf weitere sehr junge Frauen, die ebenfalls angesprochen wurden. Wir sollten dann sowohl als Gruppe, als auch einzeln in „sexy Posen“ in der Toilettenkabine posieren. Mir war das sehr unangenehm, ich wusste aber nicht, wie ich aus der Nummer wieder rauskomme, weil ich Angst hatte, als „prüde“ zu gelten und beschämt zu werden und habe mitgemacht. Die Frau hat unsere Kontaktdaten aufgeschrieben und sich danach nie wieder gemeldet. Bis heute weiß ich nicht, was mit den „sexy Fotos“ von mir als minderjähriger Person passiert ist.

Ich, FLINTA*, Mitte zwanzig war auf einem Konzert von einem relativ bekannten deutschen Rapper, der sich “links” einordnet und, im Vergleich zu anderen, recht reflektiert und feministisch auftritt. Über Ecken habe ich ihn und seine Crew nach einem Konzert kennengelernt und wir hatten zuerst einen netten Abend, der für mich übel geendet ist. Wir sind in einen Club gegangen. Da haben wir die Crew mit zwei Girls getroffen, die recht dizzy wirkten, also wie auf Drogen (ich hoffe, es ging euch gut). Ich war recht fit, hatte getrunken, aber hab mich gut gefühlt. Ich habe getanzt und erst ein Bier und ein Mischgetränk aus der Flasche getrunken. Das Bier habe ich mir geholt. Das Mischgetränk hat mir ein Typ aus der Crew ausgegeben. Das Getränk hatte er allein geholt, ich habe nicht gesehen, wie die Flasche geöffnet wurde. Nach etwa 20-30 Minuten ist mir plötzlich schwindelig geworden und ich bin direkt zum Klo und habe mich dort eingeschlossen. Ich wusste, irgendetwas ist komisch, ich fühlte mich plötzlich, als hätte ich ne halbe Flasche Vodka geext. Ich hab verschwommen gesehen, es hat sich alles gedreht und mir ist übel geworden. Danach habe ich einen Blackout von 6 Stunden. Erzählungen zur Folge hat irgendwer von den Secus die Tür aufgebrochen und mich aus dem Klo geworfen. WTF! Ich bin dann wohl rausgestolpert, einer Frau in die Arme, die mich in ein Taxi gesetzt hat und auf meinem Ausweis die Adresse gefunden hat. Ich bin um 7 Uhr vor meinem Haus aufgewacht. Ich erinnere mich an nichts. Ich bin mir sehr sicher, dass das Ko-Tropfen waren, weil ich schon häufiger mehr getrunken habe und mein Limit kenne. Einen Beweis hab ich nicht, da die Bullen sich geweigert haben, einen Test zu machen.Ich habe mit 4 verschiedenen Beamten gesprochen, musste immer wieder erzählen, was mir passiert war. Irgendwann, nachdem ich 1000 mal gesagt habe, dass ich jetzt endlich den Test auf Ko-Tropfen machen will, hat der Ober-Bulle von der Station auf die Uhr getippt und gemeint, dass die Nachweiszeit jetzt leider schon vorbei ist. 2,5 Std auf der Wache und pure Schikane. Mir wurde abschließend der Tipp gegeben, künftig weniger zu trinken und Parties mit Männern zu meiden. WTF! Ich bin mir sehr sicher, dass ein politischer Eintrag in meiner Akte der Grund war, weshalb sie diese Schikane besonders doll betrieben haben, aber so oder so ist mir damit ein zweites Mal Gewalt angetan worden. 1. die Person, die mich Ko-getropft hat und 2. Die Bullen, die mich schikaniert und nicht ernst genommen haben. Ich weiß dass ich damit nicht allein bin, vielen FLINTA* passiert sowas. Zu den Bullen bin ich nur weil ein Test im Krankenhaus 180-300€ gekostet hätte. Mein Vertrauen in die Bullen ist schon lange weg und das war das letzte mal, dass ich bei ihnen nach Hilfe gefragt habe. Nie wieder. ACAB! Warum ich euch schreibe? Ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, wer es war, aber ich habe den Verdacht, dass es der Typ aus der Crew war. Ich habe gelesen, dass die Tropfen meistens aus dem eigenen Umfeld kommen und es ist einfach logisch, weil es das letzte Getränk vor dem Blackout war. Es fiel mir sehr, sehr schwer mir das einzugestehen und ich habe mir lange eingeredet, dass das sicherlich ein Fremder war und wollte einfach nur vergessen. Sich einzugestehen, dass der Musiker, den man so abfeiert, mit dessen Songs und öffentlicher Person man sich identifizieren kann, Momente verbindet und eine emotionale Ebene hat, dass diese Person bzw. sein Umfeld einem (potenziell) Gewalt angetan hat, ist verdammt schwer. Sich einzugestehen, dass man einen verklärten Blick hat, dass man versucht hat zu schützen, zu vergessen, zu leugnen, nur um ein Bild zu erhalten, das längst beschädigt ist, ist hart. Es tut weh, die Songs zu hören, und es tut weh, sie nicht zu hören. Mit dem Zweifel verliert man da etwas Wichtiges. Das ist für mich genauso schlimm wie die Unsicherheit und der Blackout.Ich hab darüber nicht offen geredet und werde auch keine Namen nennen, aber ich wollte das teilen um zu zeigen wie versteckt und hinterhältig die patriarchale Gewalt ist und wie schwer es ist handfeste Beweise zu liefern, die gegen die patriarchalen Automatismen des: Nicht-Glaubens, des Absprechen von Erfahrungen, der Täter-Opfer-Umkehr, dem “du bist selbst Schuld wenn du…” oder “du hättest doch wissen müssen…”, dem dauernden Anzweifeln und dem Schützen von Tätern. Deswegen würde ich mich auch niemals trauen, dem Rapper meinen Verdacht zu äußern, auch wenn es recht logisch ist. Wir haben sogar geschrieben und er meinte, dass es ihm leid tut, was mir passiert ist. Zu fragen, ob ich einen Verdacht habe, sich zu reflektieren oder mit seiner Crew zu sprechen, ist aber nicht passiert. Da frag ich mich, wie normal ist es eigentlich für solche Leute aus dem Musikbusiness, dass sowas Fans auf Tour passiert? Wie sicher bin ich selbst in so “reflektierten” Kreisen? Wie viele solcher Fälle passieren, aber wir wissen nichts, weil niemand darüber redet, aus Scham, aus Angst oder aus Selfblame? Schreibt bitte in den Kommentaren, wer sowas auch erlebt hat, sprecht mit Freundinnen, fordert eine harte No-Liquid-Policy an der Clubtür, schreibt out-calls! Ihr seid nicht allein ❤️

Hallo ihr! Danke für eure Arbeit!!!! Ich hab ne Erfahrung mit ner Freundin machen müssen, nach einem Konzert von einem berühmten Rapper. Ich muss so 19/20 Jahre alt gewesen sein. Wir haben ihn, samt Entourage, in einer Bar getroffen, sie haben uns auf Drinks eingeladen. Wir haben uns unglaublich cool gefühlt. Wir sind den Abend über mit den Bodyguards und Freunden vom Rapper und ihm selbst rumgelaufen und haben eigentlich auch echt Spaß gehabt. Die Jungs wollten, dass wir ihnen die Stadt und coole Bars zeigen, was wir auch taten. Der Rundgang und Abend sollte dann (wir wussten nichts davon) vor dem Tourbus von ihm enden. Dort wurden uns unsere Handys abgenommen und wir wurden sofort körperlich bedrängt und zu Oralsex gedrängt. Die netten Männer waren auf einmal nicht mehr so nett. Sie wollten, dass wir zügig dafür sorgen, dass sie befriedigt werden und warfen uns direkt danach aus dem Bus. Ich habe mich unglaublich geschämt, nicht gewusst zu haben, worauf die Typen offensichtlich den ganzen Abend aus waren und fühlte mich dumm und naiv. Zusätzlich habe ich Sachen gemacht, die ich total widerlich fand, weil die Typen auf einmal sehr aggressiv wirkten, wir keine Handys hatten und es aussichtslos erschien, nein zu sagen und zu gehen. Ich habe bis heute niemandem von dem Abend erzählt, aber ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, die so etwas erfahren musste. Die ganzen Stimmen der Betroffenen, die die letzten Monate und Jahre endlich sichtbar gemacht werden, haben mich dazu ermutigt, auch über meine Erfahrung zu sprechen.

Mein ehemaliger Manager hat mich immer wieder genötigt. Zum ersten Mal hat er mich betrunken nach einem Konzert auf dem Nachhauseweg an die wand gedrückt und geküsst. Wir waren immer auch Freunde, es viel mir schwer mich klar zu äußern, ich hatte Angst, seinen Support zu verlieren. Er hat mich dann nach München zu den aboutyou Awards eingeladen und vielen Leuten vorgestellt als eine neue Sängerin, mit der er arbeite. Er sagte, es sei alles geklart bezüglich Unterkunft usw. Vor Ort stellte sich dann Raus dass ich bei ihm im Zimmer schlafen sollte. Später hat er mich als Support für einen seiner Acts mit genommen. Es waren meine allerersten Shows, ich habe ihm komplett vertraut. Er war gewissermaßen verrückt nach mir. das Gefühl hat er mir immer vermittelt. Mein größter Unterstützer und Fan, gleichermaßen hätte ich ohne ihn nie angefangen Musik zu machen. Auf ieden Fall hat er dann auf dieser Tour gesagt ich könne entweder bei der all-Male-Band im mehrbettzimmer einer Jugendherberge oder seinem Hotelzimmer schlafen. Ich habe mich für zweiteres entschieden. Wir waren auch körperlich miteinander aber wenn ich daran denke war es immer ein „ich dulde, so viel wie möglich, aber bin selber möglichst passiv“. Ich wollte unsere Beziehung nicht zerstören und lag immer mit dem Rücken gedreht zu ihm, habe mich geekelt beim klaren Gedanken an ihn aber so war es irgendwie erträglich, weil ich ihn ja gern mochte und ihm vertraute. Mittlerweile versuche ich, den Kontakt komplett zu blockieren und wir arbeiten nicht mehr zusammen. Er ist verheiratet und hat mehrere Kinder.

Ich bin Veranstaltungstechnikerin und habe auf vielen Festivals und Konzerten mitgearbeitet. In meiner Ausbildung gab es den ersten Übergriff – ein Kollege hat mich hinter der Bühne über ein Case gedrückt, sich auf mich gelegt und meinen Hals geküsst, während er meinen Mund zugehalten hat. Zum Glück kamen Kollegen vorbei und er hat es als „Spaß“ abgetan. Die Kollegen riefen nur „Ha nehmt euch ein Zimmer”.

Mit Anfang 20 war ich Praktikantin bei einem Musiklabel. Bei einem Meeting wurde der Gast vor Augen meines Chefs mir gegenüber verbal und körperlich übergriffig. Es fielen Sätze wie „Schätzchen, steh bitte noch einmal ganz langsam auf, damit ich dich beim Kaffee holen beobachten kann“ oder bei der „gut gemeinten“ Nackenmassage, warum ich so verspannt sei. Mein Chef half mir nicht. Ich ließ das alles über mich ergehen, weil ich Angst hatte und eingeschüchtert war. Später belästigte er mich noch bei Telefonaten sexuell. Der Vorfall beim Meeting war nie wieder Thema bei meinem Chef. Ich hätte mir Unterstützung gewünscht.

Auf einem Festival hatten eine Freundin und ich Backstage-Pässe und haben somit viel Zeit hinter der Bühne verbracht. Während eines Konzerts einer Band hat mich der Sänger während des Konzerts merklich anvisiert, so dass es mir a) aufgefallen ist und b) sehr unwohl dabei war. Nach dem Konzert saßen die Freundin und ich auf der Wiese hinter der Bühne. Der Sänger kam von weitem vorbei, sah mich an und forderte mich mit einem Pfiff sowie einer Handbewegung zum Mitkommen auf. Ich habe abgewunken und deutlich gemacht, dass ich nicht mitgehen werde. Die Person hat das Nein dann auch so akzeptiert, jedoch war es auch hell und viele weitere Personen in dem Bereich hinter der Bühne unterwegs. FLINTA oder abgerichteter Hund: that is more or less the same thing. WTF!

Ich war mit mehreren Freund*innen auf einem Konzert einer damals wie heute relativ bekannten Band. Das Konzert war wild und ausladend, die Stimmung in der Menge zum Teil so aggressiv, dass auch Band-Mitglieder zur ‚Mäßigung‘ aufforderten und interveniert haben. Nach dem Konzert standen wir (zu diesem Zeitpunkt nur noch junge Frauen) in Nähe der Bühne herum. Plötzlich wurden wir von einem Crew-Mitglied angesprochen, ob wir Lust auf Tourbus, Aftershow-Party, whatever hätten. In unserer Nähe standen mehrere junge und weiblich gelesene Personen, die zum Teil ebenfalls angesprochen wurden. Als wir mit dem Crew-Mitglied und weiteren angesprochen Personen zu den Tourbussen gelaufen sind, warteten da bereits mehrere ebenfalls junge, weiblich gelesene Personen. Die Situation und Stimmung war eindeutig, ich habe mich sehr unwohl gefühlt. Da wir uns mit einem Crew-Mitglied gut verstanden haben, sind wir mit diesem in einen der mehrere Busse mitgegangen. Im Bus gab es Alkohol, die Stimmung war relativ lustig und entspannt, es gab keine Grenzüberschreitungen und merkbaren Erwartungen, die man aufgrund der Einladung nun erfüllen müsse. Wie die Situation in dem anderen Bus war, kann ich nicht sagen. Auch wenn es glimpflich ausging und sich die Crew und Teile der Band, die kurz im Bus waren, ok verhalten haben, hat es mich dennoch noch lange verfolgt und mitgenommen. Die dahinter stehende Struktur, der routinierte Ablauf für das Geschehen nach dem Konzert und das omnipräsente Machtgefälle verbunden mit einer unklaren Exit-Möglichkeit, waren im Nachhinein betrachtete doch eine ganz schöne Grenzerfahrung für mich.

Während eines großen Festivals sind eine Freundin und ich in den frühen Morgenstunden auf dem Weg zum Zeltplatz in ein Gespräch mit einer Gruppe junger Männer gekommen. Es hat sich herausgestellt, dass diese Teil einer Band sind, die auf diesem Festival auf der großen Bühne gespielt hatten. Wir wurden in den Tourbus auf ein Bier eingeladen und sind nach kurzer Diskussion im Zwiegespräch und auch um uns nicht zu trennen, gemeinsam mitgegangen. Im Bus waren noch weitere Teile der Band/Crew anwesend. Als wir den Bus betreten hatten, war direkt spürbar, was die Band (besonders die Teile, die bereits im Bus waren) nun erwarten. Eine Person wollte mich auch sofort küssen, was ich verweigert und verneint habe. Die Person war merklich zugedröhnt und wirkte sehr unberechenbar. Die Stimmung war sehr angespannt und wir haben uns sehr unwohl gefühlt. Kurze Zeit später hat er es nochmal probiert, wurde körperlicher und aggressiver, sodass ich mich mit der Zuhilfenahme von Gegenständen gegen ihn gewehrt habe. Hier entstand ein Panikmoment, da unklar war, wie der Rest der Band reagiert und mir klar wurde, es kann gut sein, dass wir womöglich nicht selbstbestimmt diesen Bus verlassen können. Der Rest der Band/Crew saß still daneben, eine Person meinte nebenbei so etwas wie „let her go, if she doesn´t like it“. Wir sind danach sofort aufgestanden und gegangen. Die Band hat uns ohne weiteren Widerstand gehen lassen. Ich war damals viel auf Konzerten, vor und hinter der Bühne, unterwegs. Deutlich wurde hier eines: sich als junge Frau Backstage aufzuhalten, geht sehr oft einher mit der Annahme, dass du jederzeit zu Sex bereit bist und dies wohl ja auch der einzige Auftrag sein kann, denn es hinter der Bühne als jung und weiblich gelesene Person zu erfüllen gibt.

Ich war bei einem Punk Konzert und kannte eine der Bands, die dort gespielt haben. Wir haben Backstage nach dem Auftritt getrunken und gefeiert. Dabei sind die anderen Bands und Teile ihrer Crew zu uns gekommen, die Party war komplett harmlos. Ich habe dann länger mit einem Fotografen über Kameras und Equipment geredet. Die Bands mussten dann für den nächsten Auftritt weiter und ich habe mit ihnen abgemacht, im Raum etwas aufzuräumen, da ich keinen langen Weg nach Hause hatte. Der Fotograf hat dann angeboten zu helfen und mich danach sicher nach Hause zu bringen. Ich fand sein Angebot freundlich und habe es dankend angenommen, da es auch keinen Flirt zwischen uns gab. Auf dem Weg nach Hause hat er dann plötzlich meine Hand genommen. Ich war komplett entsetzt, mein Herz hat angefangen zu rasen und ich habe meine Hand weggezogen und bin in Schock stehengeblieben. Er hat mich dann einfach zu sich gezogen und mich fest umarmt und wollte mich küssen. Ich habe mich dann herausgewunden und war komplett in Panik, da ich Angst hatte. Auf der Straße war niemand sonst zu sehen und ich hatte das Gefühl, dass die Situation heftig kippen kann. Ich habe kurz überlegt, wegzurennen, aber habe es nicht gemacht, da ich Angst hatte, dass er mich schnell einholen könnte. Ich bin dann schneller gelaufen und habe in Panik einen kompletten Redeflash gehabt und nur noch von meinem Freund erzählt. Er ist dann komplett still geworden und hat mich erst ab dem Zeitpunkt in Ruhe gelassen. Ich bin schnell ins Haus und habe die Tür hinter mir zugeworfen. Ich gehe seitdem zu keinem Konzert mehr, wenn ich weiß, dass er dort arbeitet. Ich habe erst durch meine Therapie gelernt, mir nicht selbst die Schuld an diesem Vorfall zu geben und kann auch erst seitdem mit anderen darüber sprechen, was mir passiert ist. 

21.06.2023

Ich habe gegen Ende der 00er-Jahre als Teenagerin zusammen mit meinen Freunden kleine DIY Punk-Konzerte auf dem Land organisiert. Irgendwann hatten wir eine Anfrage einer bekannteren Band aus der Szene und waren im ersten Moment total begeistert, dass sie bei uns auftreten und uns supporten wollten. Die Freude daran hielt bei mir aber nicht lange. Auf dem Konzert hat mich einer der Musiker (er war Anfang 30) immer wieder angeflirtet. Ich war 16 und total überfordert in der Situation. Ich hatte das Gefühl, nett zu ihm sein zu müssen, obwohl es sich komplett falsch angefühlt hat. Ich war komplett in Schockstarre und wusste nicht, was ich tun soll, da ich so etwas bis dahin noch nie erlebt hatte. Ich bin dann zu einer älteren Freundin hinter die Bar gegangen, aber hatte das Gefühl, es nicht erzählen zu können. Ich hatte damals so ein heftiges Gefühl von Scham, das mich blockiert hat. Der Musiker ist dann auch zur Bar gegangen, hat dort Shots getrunken und weiter versucht mich anzuflirten. Ich habe mich komplett hilflos gefühlt und bin den ganzen Abend lang bei meiner Freundin geblieben. Am nächsten Tag hat dann ein Freund aus der Organisationsgruppe eine SMS von dem Musiker bekommen, der nach meiner Nummer gefragt hat. Mein Kumpel ist dann komplett ausgerastet und hat dem Typen geschrieben, dass ich minderjährig bin und er mich in Ruhe lassen soll, ansonsten würde er ihn anzeigen. Ich bin bis heute dankbar dafür, dass ich in diesem Moment Menschen um mich hatte, die reagiert und mich vor allem geschützt und unterstützt haben. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen in solchen Situationen direkt eingreifen und die Betroffenen unterstützen würden.

Als Auszubildende wurde ich einmal gefragt, ob ich nicht etwas Kurzes anziehen könnte, um (den deutlich älteren) Künstler XY zu pleasen, wenn er zu Besuch kommt. Ich hatte an dem Tag dann zum Glück Berufsschule. Wie viel oder wenig Ernst tatsächlich in dieser Frage steckte, weiß ich bis heute nicht.

Während und kurz nach meiner Ausbildung wurde ich auf Firmenfeiern von zwei verschiedenen Künstlern belästigt. Das Szenario war in beiden Fällen ähnlich: Ich wurde über den Abend regelrecht von ihnen verfolgt, trotz mehrfachem nein wurden immer neue Annäherungsversuche unternommen. Einer versuchte am Ende mich zu küssen, der andere stand nachts noch vor meinem Hotelzimmer – wobei ich nicht weiß, ob er zu dem Zeitpunkt noch Interesse an mir hatte oder an einer meiner Kolleginnen, mit denen ich das Zimmer teilte. Ich habe beide Male hinterher meinen Vorgesetzten von den Vorfällen erzählt, da wir aber nur bei einer Tochterfirma arbeiteten, konnten sie nicht mehr machen, als sich mit mir darüber zu ärgern. Das Thema weiter „nach oben“ zu eskalieren habe ich mich nicht getraut. Es gab keine Konsequenzen.

Ich habe nach meinem Bachelorstudium ein Praktikum bei einem klassischen Musikfestival gemacht. Dieses war Anlass für mich, mich danach beruflich umzuorientieren, weil ich dort das Gefühl bekam, mein Berufsweg sei von der Gunst von Männern abhängig, denen es gefällt wenn ich lächle und gut aussehe, und nur marginal von meinen eigentlichen Fähigkeiten. Ich war während des Büroalltags meinem Vorgesetzten ausgesetzt, der mich und meine Arbeit durch das Arrangement der Schreibtische permanent beobachten konnte. Er wurde schnell aufgebracht, lachte mich aus, wenn ich Kleinigkeiten in Büroabläufen vergaß und schnauzte mich an, wenn ich bestimmte organisatorische Steps nicht nach seinen Vorstellungen erledigte, ohne dass er mir diese vorher mitgeteilt hätte. Mein Job bestand fast einzig und allein darin, ihm zu assistieren, weshalb ich weitestgehend abhängig von seinen Launen und Meinungen war. Meine Arbeit erledigte ich wohl sehr gut, aber seine Unfähigkeit, professionell, wertschätzend und vor allem klar mit mir zu kommunizieren, setzte mich unter einen ständigen Druck. Ich war wütend, mich so klein zu fühlen, und traute mich gleichzeitig nicht, für mich einzustehen, weil ich von seinem Wohlwollen abhängig war. Einmal fing er, ohne nach Einverständnis, an, mich im Büro zu massieren, weil ich von Rückenschmerzen erzählt hatte. Das war schrecklich und doch war ich zu jung und ängstlich, um mich zu wehren. Auch erzählte ich ihm zu Beginn des Praktikums, dass ich an einer Blasenentzündung litt. In der Situation glaubte ich noch, ihm vertrauen zu können, er hatte nachgefragt, was ich denn hätte, weil ich berichtete, gesundheitlich eingeschränkt zu sein. Ich schaffte es nicht, seine Nachfrage dazu abzuwehren und bildete mir noch ernsthaftes Interesse an meinem Zustand ein. Im Anschluss erzählte er es allen Mitarbeiter*innen weiter, sodass ich bei den ersten Konzerten, an denen ich teilnehmen konnte, tatsächlich von einem Kollegen statt bei meinem Namen „Blasenentzündung“ genannt wurde. Der Chef des Festivals war ein alter weißer Mann, der mir zwar anbot, mich bei Problemen bei ihm melden zu können, aber selbst vor allem hervorhob wie sehr sich die Gäste über junge, (implizit gut aussehende), lächelnde Publikumsbetreuung wie mich freuen würden. Mein Vorgesetzter prüfte bei den Konzerten regelmäßig wie ich aussah, musterte mich von oben bis unten und entschied dann, ob ich die Blumen an den*die Musiker*in übergeben dürfte. Auch wenn ich nachvollziehen kann, dass bestimmte Outfits zu „leger“ für diese Aufgabe waren, war es ein schreckliches Gefühl, so für mein Aussehen bewertet zu werden. Zum Ende des Festivals ging ich dazu über, mich nicht mehr zu schminken und weite Kleidung zu tragen, was nicht meinem persönlichen Geschmack und Stil entsprach, sondern womit ich mich schützen wollte vor dem alten männlichen Blick, dem ich in dieser Zeit wohl mehr als sonst ausgesetzt war und der sich eben mit meiner Arbeit stark vermischte und deshalb viel mehr Macht als sonst auf mich ausübte. Am allerletzten Konzert zog ich mich, auch aus einem „jetzt erst recht“ Gedanken und weil ich es schlimm fand, dass ich mir selbst verboten hatte, mich anzuziehen, wie ich wollte, schicker an und trug hohe Schuhe. Was dann passierte, war sehr bezeichnend für meinen Eindruck bis dahin und sehr schockierend. Einer der Sponsoren des Festivals kam nach dem Konzert wohl angetrunken samt einer weiblichen und einer männlichen Begleitung zu mir, und küsste mich vor meinen Kolleg*innen auf die Wange. Es sei eine Ehre gewesen, mir bei der Blumenübergabe zusehen zu dürfen, flüsterte er mir ins Ohr. Ich kannte diesen Menschen nicht. Ich war wie erstarrt und irritiert, konnte mich auch hier nicht wehren, auch weil ich mit so einem offensichtlichen Übergriff nicht rechnete. Auch die Kolleg*innen sagten nicht wirklich etwas dazu. Nach einer kürzeren Erfahrung als Kellnerin, war dies das erste Mal, dass mir die Macht, die Männer über mich haben können in der Arbeitswelt, so bewusst wurde. Es war ein schreckliches Gefühl, in diesem Kontext sexualisiert zu werden und nicht unterscheiden zu können, wofür ein Lob nun wirklich gedacht ist. Vermischt mit der cholerischen, rücksichtslosen Art meines Vorgesetzten fühlte ich mich extrem entwertet und ausgeliefert und entschied im Anschluss, meine berufliche Laufbahn möglichst nicht von solchen Menschen abhängig zu machen. Ich habe inzwischen verstanden, dass es in eigentlich allen Branchen diese Probleme gibt, weil Sexismus ein großes gesellschaftliches Problem ist, jedoch fühlte ich mich durch die oft sehr vagen Skill-Anforderungen in der Kulturarbeit noch mehr bedroht, von solchen Machtgefügen geschädigt zu werden. Das Praktikum war eine sehr schlimme Erfahrung für mich, ich habe mich entwertet und sexualisiert gefühlt und es hat mich eher in meiner Karriere zurückgeworfen als dass ich mich weiterentwickeln konnte.

Ich wurde mit 19 Jahren von einer Band (nur männliche Mitglieder) auf die Bühne geholt. Dort habe ich Schnaps aus der Flasche bekommen und wurde zum Tanzen animiert. Nach dem Konzert wollte ich ein Foto mit dem Sänger: dabei hat der Sänger ziemlich beherzt meine Brust gepackt. Das Foto hiervon habe ich noch und das überfordernde Unwohlsein der Situation auch noch in meinem Kopf.

Ich hatte während meines Studiums ein Firmenstipendium bei einem großen Label. Drei Jahre lang habe ich viel und anfangs auch gerne in dem Laden gearbeitet. In den ersten zwei Jahren war es noch mein Ziel, nach dem Studium für eine offene Stelle in Betracht gezogen zu werden, im dritten Jahr hatte ich immer weniger Lust auf das ewig coole Business-Gehabe. Auf der letzten großen Vertriebsparty, die ich als „Werksstudentin“ noch miterleben sollte, sprach mich zu später Stunde dann ein Mann in hoher Position an, der mit mir noch nie zuvor ein Wort gewechselt hatte und fragte mich, merklich alkoholisiert, nach meinen Zukunftsplänen. Als ich ihm mitteilte, dass ich die Firma in wenigen Wochen verlassen werde, fragte er mich, für welchen Job ich bereit wäre, zu bleiben. Ich sagte ihm, dass ich anfangs gerne Produktmanagerin geworden wäre, aber meine Pläne sich geändert hätten. Daraufhin sagte er, er würde mir den Job hier und heute in die Hand versprochen. Seine Begründung: „Wir brauchen Frauen mit Deiner Optik! Wenn Du Dein Aussehen richtig einsetzt, kannst Du jeden Verhandlungspartner über den Tisch ziehen!“ Als ich ihm daraufhin entgegnete, dass ich nicht nach meiner Optik, sondern meiner Arbeit bewertet werden möchte, meinte er, dass er von dieser auch vollends überzeugt sei. Auf meine prüfende Rückfrage, in welcher Abteilung ich die letzten drei Jahre denn gearbeitet hätte, wusste er keine Antwort. Ich war so sauer in dem Moment, dass ich meinem Unmut über diese völlig unangemessene und sexistische Besetzungspolitik lautstark Luft machte. Mit dem Ergebnis, dass meine männlichen Kollegen mich am nächsten Tag als überheblich titulierten, weil ich diese „einmalige Chance“ so arrogant und undankbar abgeblockt hätte. Ich bin sehr froh, mittlerweile die Branche gewechselt zu haben.

Ich habe lange bei einem großen deutschen Festival gearbeitet und da wurden Mitarbeitende aus dem VIP-Team (die haben die Aftershow Parties und den VIP betreut) beauftragt Aftershow Bändchen an „heiße girls“ auf dem Gelände zu verteilen. Es wurden da weder Alter gecheckt noch hatten marginalisierte Gruppen Zugang dazu. Bei den Aftershowparties waren eben auch oft die Bands und Künstler*innen dabei, die den Tag über aufgetreten sind und es hatte schon ein Geschmäckle von „Frauen zur Verfügung stellen“. Aber das war damals Gang und gebe und ich hoffe, dass heute nicht mehr so ist. Aber das ganze wurde vor allem von dem damaligen Mit-Chef initiiert.

Ich hatte Kontakt mit einem Künstler per Instagram, ich war verliebt in ihn und naiv. Ich erzählte ihm per Sprachnachricht von meiner Idee für einen Albumtitel. . Ich sandte ihm auch ein Gedicht von mir. Er benutzte alles und gab es als seins aus. Die Worte im Refrain sind mein Gedicht, er benutzte meine Erklärungen in den Zeitungsartikeln. Er widmete den Song seiner neuen Frau, um mich zu verletzen. Als ich versuchte, mich öffentlich dagegen zu wehren, zeigte er mich zwei Mal an. Ich hatte Panikattacken in der Zeit. Leider habe ich alle Beweise aus Unwissenheit und Liebeskummer gelöscht.

Es muss im Jahr 2008 gewesen sein. Eine Bekannte nahm mich auf ein Konzert eines international bekannten Singer-Songwriters. Über Kontakte bekam sie Zugang zum Backstage. Ich interessierte mich nicht so sehr für die Musik und würde mich auch nicht als Fan bezeichnen. Demnach war ich auch nicht ganz so wild darauf, in den Backstage zu gehen. Es dauerte nicht lange und der Sänger der Band wollte uns den Tourbus hinter dem Backstage Ausgang zeigen. Widerwillen ging ich mit. Kaum dort angekommen, fand ich mich plötzlich allein mit dem Sänger am Ende des Busses wieder. Meine Bekannte hatte ein Bandmitglied getroffen und stand etwas weiter abseits. Plötzlich drückte mich der Sänger an die Außenwand des Busses und versuchte mich zu küssen. Ich schubste ihn weg, unfähig etwas zu sagen. Ich lief zu meiner Bekannten und sagte ihr, dass ich gerne gehen würde. Sie schien irritiert und erwiderte, dass uns soeben vorgeschlagen wurde, doch mit auf Tour zu fahren, da ich ja offensichtlich dem Sänger gefallen würde. Ich schaffte es, sie zu überreden zu gehen. Wir fuhren zum Glück nicht mit. 

Es gibt so viele Erfahrungen, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Von „Produzenten“, die mich (ich war nicht mal 20) um Nacktfotos fragten, um meine Musik zu produzieren. Typen in der Branche, die damit angeben, dass sie sich „die Frauen teilen“. Das Schlimmste sind aber die Sorte Artists, die über einen längeren Zeitraum ernsthaftes Interesse vorspielen, nur um ihren eigenen unstillbaren Hunger nach Zuneigung befriedigt zu bekommen. Und die Frauen austauschen, als wären sie belangloses Beiwerk. Von den Umstehenden wird das toleriert und meistens sogar unterstützt, denn der Narzisst/Artist bezahlt ja die Rechnungen.

Als ich noch jünger war hat ein damals bekannter Mitte 30-jähriger Musiker auf einem Festival in meiner Stadt gespielt. Im Anschluss habe ich mich mit Freundinnen und seiner Band / Crew betrunken. Als er betrunken ins Hotel wollte, sprach er die Einladung an uns aus ihn auf sein Hotelzimmer zu begleiten. Ich habe damals abgelehnt, weil ich mir die Beine nicht rasiert hatte und damals noch dachte, dass das ekelig und Sex damit undenkbar wäre. Heute frage ich mich, was passiert wäre, wenn ich mitgegangen wäre. Ich war 16.